Ba­sis­wis­sen Is­lam

tz - - GELD+MARKT E-PKW AUF VORMARSCH - Te­re­sa pan­criTi­us

er Koran ist der Bi­bel sehr ähn­lich. Der Is­lam wur­de mit Gewalt ver­brei­tet und Is­la­mis­ten sind be­son­ders ge­walt­be­reit. Der „Is­la­mi­sche Staat“ist als re­li­giö­se Be­we­gung ent­stan­den. Die­se Aus­sa­gen sind in Eu­ro­pa zwar weit ver­brei­tet, aber sie sind falsch und wur­den von der Wis­sen­schaft nie ernst­haft ver­tre­ten. Mit die­sen fal­schen Gr­und­an­nah­men möch­te im lau­fen­den Win­ter­se­mes­ter 2016/2017 an der Lud­wi­gMa­xi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät in Mün­chen ei­ne Vor­trags­rei­he auf­räu­men. De­ren The­ma an sie­ben Don­ners­tag­aben­den: „Ba­sis­wis­sen Is­lam: sie­ben so­li­de Ant­wor­ten der Is­lam­wis­sen­schaft“.

Der Be­griff „so­li­de“wur­de des­halb ge­wählt, weil es nicht um die al­ler­neu­es­ten For­schungs­dis­kus­sio­nen geht, son­dern um das Al­ler­wich­tigs­te, in­ner­halb der Is­lam­wis­sen­schaft Wohl­be­kann­te – aber in den Me­di­en meist Ver­nach­läs­sig­te, er­klärt Pro­fes­sor Andreas Ka­plo­ny, Or­di­na­ri­us für Ara­bis­tik und Is­lam­wis­sen­schaft am In­sti­tut für den Na­hen und Mitt­le­ren Os­ten der LMU. Der Lehr­stuhl für Ara­bis­tik und Is­lam­wis­sen­schaft or­ga­ni­siert die Vor­trags­rei­he zu­sam­men mit der Münch­ner Ge­sell­schaft der Freun­de is­la­mi­scher Kunst und Kul­tur e.V.. „So wie man ein Haus sorg­fäl­tig aus­schach­tet, dann Stock für Stock auf­baut, genau so ist eben das An­fän­ger­wis­sen be­son­ders wich­tig“, sagt Pro­fes­sor Ka­plo­ny.

Wenn in der Öf­fent­lich­keit über Is­lam ge­spro­chen wird, ge­hen laut Andreas Ka­plo­ny vie­le Be­tei­lig­te von fal­schen Fak­ten oder ei­nem fal­schen Hin­ter­grund­bild aus. Die Initia­to­ren wol­len dem ent­ge­gen­wir­ken. „Es ging uns da ähn­lich wie

ver­al­tet und schlecht ge­war­tet. Oft­mals küm­mer­ten sich en­ga­gier­te Lehr­kräf­te um die Ad­mi­nis­tra­ti­on, kei­ne Fach­leu­te. „Das Ein­rich­ten ei­nes PC-Sys­tems ist auch für tech­nisch in­ter­es­sier­te Leh­rer ziem­lich kom­pli­ziert“, sag­te Mei­nel AFP. Des­halb sieht er hier den größ­ten Vor­teil der Schul­cloud. „Die Ser­ver sol­len in pro­fes­sio­nel­len Re­chen­zen­tren ste­hen, wo sie von Ex­per­ten be­treut wer­den“, schil­der­te er. Die­se soll­ten sich dann bei­spiels­wei­se um das Auf­spie­len neu­er Soft­ware­up­dates küm­mern.

Die Schü­ler sol­len die In­hal­te über den In­ter­net­brow­ser ih­rer Ge­rä­te ab­ru­fen, ge­son­der­te Pro­gram­me sol­len nicht nö­tig sein. Die Schul­cloud soll da­bei nur die In­fra­struk­tur sein, die ein­zel­nen Pro­gram­me wie Klas­sen­fo­ren oder Vo­ka­bel­lern­spie­le sol­len von ex­ter­nen An­bie­tern kom­men. „Die Schul­cloud könn­te end­lich ei­nen Markt den Fak­ten­che­ckern bei den De­bat­ten der ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten­wah­len: es gibt ein­fach ein paar ganz grund­le­gen­de Sa­chen, die wir an das brei­te Pu­bli­kum rü­ber­brin­gen wol­len.“Des­halb sind auch nicht nur Stu­den­ten, son­dern al­le In­ter­es­sier­ten da­zu ein­ge­la­den, die sie­ben Vorträge zu be­su­chen, die be­wusst un­aka­de­misch und all­ge­mein­ver­ständ­lich ge­hal­ten wer­den. „Bei Vor­trä­gen kön­nen wir vie­le fal­sche Vor­stel­lun­gen dann im di­rek­ten Ge­spräch auch er­klä­ren“, sagt er. Die Lehr­stuhl­mit­ar­bei­ter wür­den schon seit lan­gem auf An­fra­ge Vorträge hal­ten, wo­bei das In­ter­es­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer mehr ge­stie­gen sei.

In­halt­lich de­cken vier der sie­ben Vorträge grund­le­gen­de Punk­te ab: Die Rei­he be­ginnt mit ei­nem Über­blick über die Is­la­mi­sche Welt (27. Ok­to­ber). Der zwei­te Vor­trag ver­gleicht den Koran und die Bi­bel (3. No­vem­ber), es folgt wie­der ein Über­blick, dies­mal über die Ara­bi­sche Welt und die Her­kunft der Ara­ber (10. No­vem­ber). Mit ei­ner Ver­an­stal­tung zum The­ma Is­la­mi­sches Recht (17. No­vem­ber) soll der vier­te Ba­sis-Punkt ab­ge­deckt wer­den. An den dar­auf fol­gen­den drei Don­ners­tag­aben­den be­han­deln die Vor­tra­gen­den The­men„die in der Öf­fent­lich­keit be­son­ders hef­tig, aber be­son­ders falsch dis­ku­tiert wer­den“, sagt Andreas Ka­plo­ny. Des­halb geht es am 24. No­vem­ber um Is­la­mis­mus, Sala­fis­mus und Dschi­ha­dis­mus. Es folgt ein Abend zum The­ma „Schlei­er“(1. De­zem­ber). Die Rei­he schließt am 8. De­zem­ber mit ei­nem Vor­trag zum The­ma: „al-Qai­da, der Is­la­mi­sche Staat und die Uto­pie des Is­la­mi­schen Ka­li­fats.

Die Vorträge fin­den an sie­ben Don­ners­ta­gen je­weils von 19.15 bis 20.15 Uhr im LMU-Haupt­ge­bäu­de statt, Ge­schwis­ter-Scholl-Platz 1, Hör­saal M 018. Der Ein­tritt ist frei. Wei­te­re In­for­ma­tio­nen un­ter: http://www.na­her-os­ten. uni-mu­en­chen.de/wa­sist­losa­mins t i t u t / f r e u nde_ b a s i s wi s - sen/in­dex.html für Star­tups schaf­fen, die in­no­va­ti­ve Ler­napps ent­wi­ckeln“, sag­te Mei­nel.

An der ers­ten Test­pha­se, die vom Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um ge­för­dert wird, neh­men ins­ge­samt zwölf Schu­len aus dem so­ge­nann­ten Mint-Netz­werk teil – ei­ner Initia­ti­ve, mit der die Na­tur­wis­sen­schaf­ten ge­för­dert wer­den sol­len. Die Schul­cloud ist Mei­nel zu­fol­ge je­doch auch „et­wa im Deutsch­un­ter­richt“sinn­voll, „wo der Leh­rer der­zeit mit der gan­zen Klas­se in ei­nen an­de­ren Raum um­zie­hen muss, wenn er die Com­pu­ter be­nut­zen möch­te“. Wenn dann die Tech­nik nicht funk­tio­niert, sei es kein Wun­der, dass vie­le Leh­rer „Be­rüh­rungs­ängs­te“mit dem Ein­satz mo­der­ner Me­di­en im Un­ter­richt hät­ten. „Schü­ler sind sol­che Pro­ble­me aus ih­rem All­tag gar nicht ge­wohnt“, sag­te Mei­nel AFP. Smart­pho­ne und Ta­blet mit ih­ren im­mer ver­füg­ba­ren An­wen­dun­gen sei­en au­ßer­halb der Schu­le längst nor­mal.

Fo­to: dpa

Die Vor trä­ge fin­den an sie­ben Don­ners­ta­gen im LMU-Haupt­ge­bäu­de am Ge­schwis­ter-Scholl-Platz statt.

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