Re­spekt­voll mit Mah­lers Ne­un­ter

tz - - MONDKALENDER - TO­BI­AS HELL

Die Neun­te, ei­ne Num­mer mit der Au­ra des My­thi­schen. Wie bei Beet­ho­ven mar­kiert die Zahl auch bei Gus­tav Mah­ler das letz­te voll­ende­te Werk sei­nes sin­fo­ni­schen Schaf­fens. Ma­riss Jan­sons nä­her­te sich Mah­lers mo­nu­men­ta­ler Par­ti­tur ge­wohnt un­ei­tel und mit ge­ge­be­nem Re­spekt. Ge­mein­sam mit dem Sym­pho­nie­or­ches­ter des Baye­ri­schen Rund­funks brei­te­te er im ers­ten Satz ei­nen wei­chen Klang­tep­pich aus, der sich zwi­schen­durch zu bei­na­he opern­haft an­mu­ten­der Dra­ma­tik stei­ger­te. Ge­nau­so, wie er hier nicht in die Fal­le des vor­der­grün­di­gen Pa­thos tapp­te, be­geg­ne­te Jan­sons auch der Hei­ter­keit des Scher­zos mit ge­sun­de­mMiss­trau­en. Bes­tens vor­be­rei­tet war hier­durch der fol­gen­de drit­te Satz, in dem Jan­sons ein wei­te­res Mal auf kräf­ti­ge Far­ben setz­te. Den be­reits vom Mah­ler-Freund Wil­lem Men­gel­berg at­tes­tier­ten „Gal­gen­hu­mor“der Ron­do-Bur­les­ke wuss­te Jan­sons per­fekt um­zu­set­zen. Ge­ra­de in Vor­aus­schau auf das über­aus sanf­te und ab­ge­klär­te Ad­a­gio-Fi­na­le. Sel­ten durf­te man ein der­art fi­li­gra­nes und ho­mo­ge­nes Pia­nis­si­mo hö­ren.

Fo­to: Mei­sel/BR

Ma­riss Jan­sons di­ri­giert das Orches­ter un­ei­tel und mit viel Re­spekt

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