Viel Kampf & al­te Feh­ler…

tz - - SPORT „CHARAKTER GEZEIGT“ - KL

Die Tal­fahrt des TSV 1860 in der Zwei­ten Li­ga geht wei­ter. 1:2 (1:2) ver­lo­ren die Lö­wen am Frei­tag Abend beim VfB Stuttgart nach kämp­fe­risch re­spek­ta­bler Leis­tung. Es war die vier­te Nie­der­la­ge in Se­rie – durch den gleich­zei­ti­gen Sieg des Karls­ru­her SC bei den Würz­bur­ger Ki­ckers rutsch­ten die Sech­zi­ger in der Ta­bel­le auf Platz 15 ab. „Wir ha­ben uns durch zwei Feh­ler auf die Ver­lie­rer­stra­ße ge­bracht“, bi­lan­zier­te Ma­na­ger Tho­mas Eichin. „Aber wir ha­ben ge­figh­tet und ge­kratzt. Wir müs­sen uns in die Sai­son hin­ein­ar­bei­ten.“Ein „an­de­res Ge­sicht“wer­de die Mann­schaft ge­gen Stuttgart be­kom­men, hat­te Trai­ner Kos­ta Run­jaic nach der Au­f­ar­bei­tung der Düsseldorf-Plei­te an­ge­kün­digt. Und tat­säch­lich ließ er sei­nen Wor­ten Ta­ten fol­gen. Gleich sechs Ve­rän­de­run­gen gab’s in der Start­elf: Rod­nei und Claa­sen rück­ten für Bü­low und Busch in die Vie­rer­ket­te, La­ca­zet­te er­setz­te Ad­lung in der Zen­tra­le, und der An­griff wur­de durch And­ra­de, Ay­cicek und De­bü­tant Flo­ri­an Neu­haus auf­ge­frischt. Der 19-jäh­ri­ge ge­bür­ti­ge Lands­ber­ger soll­te als zwei­te Spit­ze ne­ben Rou­ti­ner Möl­ders für Ge­fahr sor­gen. Soll­te…

Denn heiß wur­de es zu­nächst nur in der Spiel­hälf­te der Sech­zi­ger. Stuttgart woll­te vor 55 100 Zu­schau­ern in der Benz-Are­na (dar­un­ter rund 4500 Lö­wen-Fans) kei­nen Zwei­fel dar­an auf­kom­men las­sen, dass das jüngs­te 0:5 in Dres­den nur ein Be­triebs­un­fall war. Ziel­stre­big kom­bi­nier­ten sich die Schwa­ben Rich­tung blaue End­zo­ne. Und wie­der war es ein in­di­vi­du­el­ler Feh­ler, der dem ers­ten Tor­ju­bel des Abends vor­aus­ging. Claa­sen hielt es für ei­ne gu­te Idee, am ei­ge­nen Sech­zeh­ner ge­gen Ma­né ins Dribb­ling zu ge­hen, der Por­tu­gie­se schnapp­te sich die Ku­gel und be­dien­te den durch­ge- star­te­ten Öz­can, der erst Rod­nei ins Lee­re rut­schen ließ und durch die Bei­ne von Kee­per Zim­mer­mann voll­ende­te (6.). Wie­der ein frü­her Rück­stand für die Lö­wen. Und es soll­te noch schlim­mer kom­men. 19. Mi­nu­te: Per­de­daj und Mau­ers­ber­ger be­hin­dern sich nach ei­ner Ecke ge­gen­sei­tig, Gent­ner ver­län­gert am ers­ten Pfos­ten per Kopf, Te­rod­de staubt ge­gen Claa­sen ab. Droh­te den Lö­wen ein zwei­tes De­sas­ter a la Düsseldorf?

Es blieb bei der Dro­hung. Auch weil Stuttgart ei­nen Gang zu­rück­schal­te­te, fand 1860 nun im­mer bes­ser ins Spiel. Spe­zi­ell And­ra­de ent­nerv­te den VfB mit sei­nen ex­plo­si­ven An­trit­ten. Und auch Neu­haus trau­te sich was zu. Stutt­garts Zim­mer­mann konn­te den Youngs­ter in der 35. Mi­nu­te nur mit ei­nem Foul stop­pen, den fäl­li­gen Frei­stoß zwir­bel­te Ay­cicek über die Mau­er in die von ihm aus ge­se­he­ne lin­ke un­te­re Ecke. Nur noch 1:2 – neue Hoff­nung im La­ger der Blau­en.

Und al­te Dumm­heit. Ei­ni­ge Fans konn­ten es nicht las­sen, kurz nach dem Sei­ten­wech­sel Ben­ga­los auf den Platz zu wer­fen. Schieds­rich­ter Aarn­ink muss­te die Par­tie für ei­ni­ge Mi­nu­ten un­ter­bre­chen, die nächs­te Geld­stra­fe wird fol­gen. Das nächs­te Tor folg­te nicht. Im Grun­de konn­ten die Lö­wen froh sein, dass der VfB die Par­tie so lan­ge auf Mes­sers Schnei­de hop­peln ließ. Ma­né al­lei­ne hät­te zwei, drei To­re er­zie­len müs­sen. Die größ­te Chan­ce aus der 72. Mi­nu­te wird wohl in sämt­li­chen Fuß­ball-Jah­res­rück­bli­cken auf­tau­chen – Ab­tei­lung Pein­lich­kei­ten. Un­fass­bar, wie es der Por­tu­gie­se fer­tig­brach­te, den Ball am lan­gen Pfos­ten fast par­al­lel zur Tor­li­nie am Kas­ten vor­bei­zu­schie­ben. We­nig spä­ter hat­ten die Lö­wen zu­dem Glück, dass Claa­sens Hand­spiel im Straf­raum un­ge­ahn­det blieb. Und zum Schluss konn­ten sich dann die Stutt­gar­ter beim Li­ni­en­rich­ter be­dan­ken, dass er beim Kopf­ball­tref­fer des ein­ge­wech­sel­ten Kar­ger fälsch­li­cher­wei­se Ab­seits an­zeig­te. Ein 2:2 wä­re glück­lich ge­we­sen. Aber nicht kom­plett un­ver­dient.

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