Letz­te Sau­se im Sud­haus

tz - - MÜNCHEN+REGION - THO­MAS OSSWALD

En­de Ge­län­de. Mit ei­ner gro­ßen Par­ty ha­ben in der Nacht zum Sonn­tag Mün­chens Par­ty­gän­ger das Ge­län­de der Pau­l­an­er­braue­rei ver­ab­schie­det. Die Event-agen­tur Hol­le­schek & Schlick durf­te das ehe­ma­li­ge Fass­la­ger und die Ab­füll­hal­le ein letz­tes Mal der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ma­chen, be­vor die Braue­rei das Are­al En­de des Jah­res an die Baye­ri­sche Haus­bau zu­rück­gibt.

Schon An­fang des Jah­res, kurz nach dem Um­zug der Braue­rei in die neue Hei­mat Lang­wied, hat­te Ot­ger Hol­le­schek an­ge­fragt, ob er in den ver­las­se­nen Hal­len mal die Münch­ner Phil­har­mo­ni­ker spie­len las­sen dür­fe. Fast ei­nen Mo­nat muss­te Hol­le­schek die von ihm be­spiel­ten Hal­len auf gut 3 500 Qua­drat­me­ter er­tüch­ti­gen, be­vor er die be­hörd­li­che Ge­neh­mi­gung zur Par­ty-Sau- se be­kam. „Heu­te Nach­mit­tag um 16 Uhr war Ab­nah­me“, sagt der Event-Ma­na­ger in der Nacht er­schöpft, aber zu­frie­den. Ge­ra­de hat­ten die Schlag­zeu­ger der Phil­har­mo­ni­ker ne­ben­an im Fass­la­ger vor 600 be­geis­ter­ten Zu­hö­rern Wer­ke von Ste­ve Reich, Ne­bi­j­sa Ziv­ko­vic und John Ca­ge auf- ge­führt. Nun aber gilt es, Platz zu ma­chen für die Nacht­schwär­mer, die be­reits zu Hun­der­ten vor dem Ein­gang Schlan­ge ste­hen. Es ist der letz­te Um­bau hier, nach­dem er zu­vor ei­gens für die Par­ty ei­ge­ne Flucht­we­ge auf­rei­ßen, neue Tü­ren ein­bau­en und den Bo­den ver­kehrs­si­cher ma­chen las­sen muss­te. Die Mü­he hat sich ge­lohnt.

Knapp 1 500 Par­ty­gän­ger fei­er­ten, bis der Mor­gen grau­te. „Das ist schon ein Bom­ben­platz, das be­kommst Du nicht mehr mit­ten in Mün­chen“, sagt Hol­le­schek. Und auch sein Stamm-DJ – seit über 15 Jah­ren Jo Kraus – schwärmt: „Es gibt nichts Bes­se­res als den Charme ei­ner In­dus-trie­bra­che. Da­von gibt’s hier so we­nig.“Klei­ner Sei­ten­hieb auf den ewi­gen Ri­va­len Ber­lin? Denn auch das un­ver­meid­li­che „it’s so Ber­lin“gab’s vor den Hal­len zwi­schen bren­nen­den Fäs­sern zu hö­ren. Und die Er­in­ne­rung äl­te­rer Nacht­schwär­mer an die An­fän­ge des Kunst­parks Ost oder die Zwi­schen­nut­zung der Hal­len in Riem in den 1990er- Jah­ren. Und das Seuf­zen ei­ner jun­gen Frau: „So soll­te es je­des Wo­che­n­en­de hier sein.“Wird es aber nicht. En­de Ge­län­de.

Fotos: Götz­fried

Par­ty­lo­ca­ti­on mit In­dus­trie-Charme: 1500 Gäs­te zog’s in die Braue­rei­hal­len

Auch DJ Jo Kraus war be­geis­tert von der ganz be­son­de­ren Ku­lis­se

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