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Nun kommt die Ka­me­ra im Au­to so­gar ab Werk: Im Ja­nu­ar er­scheint der neue Ci­tro­ën C3, der für 300 Eu­ro Auf­preis ei­ne Ka­me­ra an der Wind­schutz­schei­be ein­ge­baut hat, die den Au­to­ver­kehr filmt. Sol­che Dash­cams („Ar­ma­tu­ren­brett­ka­me­ra“) soll es künf­tig auch von an­de­ren Her­stel­lern ge­ben. Aber auch mit Action-Ka­me­ras à la GoPro oder mit ei­ner Smart­pho­ne­hal­te­rung fil­men im­mer mehr Fah­rer, was rund um sie pas­siert.

Was kön­nen die Au­to­ka­me­ras? Nach­ge­rüs­te­te Ka­me­ras wie die GoPro He­ro (ab 120 Eu­ro) oder spe­zi­el­le Dash­cams wie die To­guard Mi­ni (39 Eu­ro) neh­men den Ver­kehr in HDQua­li­tät auf und re­gis­trie­ren oft auch Ge­schwin­dig­keit, Da­tum und Zeit. Be­son­ders in Russ­land sind Dash­cams enorm po­pu­lär, als Vor­sichts­maß­nah­me ge­gen fin­gier­te Un­fäl­le. Die „Con­nec­ted Cam“im Ci­tro­ën C3 er­kennt durch Sen­so­ren ei­nen Un­fall. Sie spei­chert dann au­to­ma­tisch das Be­weis­vi­deo ab – 30 Se­kun­den vor dem Auf­prall und ei­ne Mi­nu­te da­nach.

Vi­de­os: Was ist al­les er­laubt? Das ist recht­lich nach wie vor um­strit­ten. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ans­bach hat 2014 ent­schie­den, dass es ge­gen § 6 des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes (BDSG) ver­stößt, wenn Sie den Ver­kehr mit der Ab­sicht fil­men, die Sze­nen spä­ter ins In­ter­net zu stel­len oder der Po­li­zei nach ei­nem Un­fall zu über­ge­ben. Die­se Art der Vi­deo­über­wa­chung des öf­fent­li­chen Raums ver­stößt dem­nach ge­gen die Rech­te von Un­be­tei­lig­ten, die nichts da­von ah­nen, dass sie ge­filmt wer­den und so auf Face­book oder YouTube lan­den. Wenn Sie mit der Ka­me­ra da­ge­gen vor al­lem die Land­schaft fil­men wol­len, zum Bei­spiel bei ei­ner Fahrt durch den Schwarz­wald, ist der Ein­satz ei­ner Dash­cam un­be­denk­lich. Ei­ne kla­re ge­setz­li­che Re­ge­lung gibt es aber noch nicht, die Ge­rich­te ha­ben viel In­ter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum.

■ Zäh­len Vi­de­os vor Ge­richt? Auch das ist bis­her ei­ne Grau­zo­ne. Doch trotz der un­kla­ren recht­li­chen Si­tua­ti­on, so an- walt.de, „ist die klei­ne Ka­me­ra als Be­weis­mit­tel längst in den deut­schen Ge­richts­sä­len an­ge­kom­men“. Sprich: Wenn Sie durch ei­ne Auf­nah­me nach­wei­sen kön­nen, dass Sie un­schul­dig in ei­nen Un­fall ver­wi­ckelt wur­den, ha­ben Sie durch­aus Chan­cen, dass der Richter die­ses Be­weis­mit­tel ak­zep­tiert. Hier­für gibt es mitt­ler­wei­le meh­re­re Bei­spie­le, un­ter an­de­rem aus Fürth und Landshut. Das gilt be­son­ders bei ei­ner „ver­kehrs­an­lass­be­zo­ge­nen“Auf­zeich­nung, bei der im­mer nur die letz­ten ein, zwei Mi­nu­ten ge­spei­chert wer­den. Ge­rich­te in Mem­min­gen und Heil­bronn ha­ben die Auf­nah­men da­ge­gen nicht an­er­kannt. Ei­nes steht al­ler­dings fest: Sie dür­fen den Film kei­nes­falls ins Netz stel­len, wenn dar­auf an­de­re Per­so­nen oder Fahr­zeu­ge zu er­ken­nen sind. Laut ADAC dro­hen Geld­stra­fen von bis zu 300 000 Eu­ro. Und wenn Sie mit Auf­nah­men zur Po­li­zei mar­schie­ren, um Row­dys an­zu­zei­gen, ohne dass es zu ei­nem Un­fall ge­kom­men ist, ver­sto­ßen Sie de­fi­ni­tiv ge­gen das Ge­setz. Pet­zen ver­bo­ten! Letz­ter Tipp: In ei­ni­gen Nach­bar­län­dern wie Ös­ter­reich oder Bel­gi­en sind Dash­cams ge­ne­rell un­ter­sagt. Un­be­dingt aus­schal­ten oder ent­fer­nen, es dro­hen Buß­gel­der von ma­xi­mal 10 000 Eu­ro.

Mit sol­chen „Dash­cams“(hier von der Fir­ma Next­ba­se) kann man den Ver­kehr fil­men

Ei­ne Dash­cam von der Fir­ma Ra­gu, Dis­play oben

Die BMW Ad­van­ced Car Eye Ka­me­ra für rund 240 Eu­ro

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