Schmidt hat null Re­spekt

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Emo­tio­nen ge­hö­ren zum Fuß­ball. Wir al­le wol­len lie­ber Cha­rak­te­re, die po­la­ri­sie­ren, als von Be­ra­tern weich­ge­spül­te Wi­schi-Wa­schi-Ty­pen. Aber was sich Ro­ger Schmidt ge­leis­tet hat, geht nicht. Zen­tral ist fol­gen­der Aus­bruch: „Du glaubst auch, du hast den Fuß­ball er­fun­den“, schrie er sei­nen Hof­fen­hei­mer Kol­le­gen Ju­li­an Na­gels­mann an. Glau­ben Sie im Ernst, der 49-Jäh­ri­ge hät­te sich so ei­nen ver­ba­len Aus­fall ge­gen­über ei­ner Trai­ner-Ko­ry­phäe wie Car­lo An­ce­lot­ti (57) er­laubt? Nie im Le­ben! Aber bei ei­nem Neu­ling wie Na­gels­mann (29) fin­det Schmidt so et­was of­fen­bar an­ge­mes­sen. Ich ge­be zu, ich fin­de ei­ni­ge die­ser Lapt­op­trai­ner, die ober­schlau da­her­kom­men, nicht son­der­lich sym­pa­thisch. Aber ich brin­ge ih­nen zu­min­dest den nö­ti­gen Re­spekt ent­ge­gen, den sie sich durch den Er­werb ih­rer Fuß­ball­leh­rer-Li­zenz er­wor­ben ha­ben. Dass Ru­di Völ­ler – auch nicht als Ex­per­te für Eti­ket­te oder Stil be­kannt – zu Schmidt steht, ist klar. Aber ob der Welt­kon­zern Bay­er die­sen Trai­ner für trag­bar hält?

Bernd Bru­der­manns

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