Ohne Punk­te kei­ne Ru­he

1860-Ma­na­ger Tho­mas Eichin ist ge­nervt von der T-Fra­ge und bit­tet um Ge­duld

tz - - SPORT - LK

Das 1:2 der Lö­wen in Stutt­gart war ein Spiel von der Sor­te, die we­der Ak­teu­re noch Be­ob­ach­ter wirk­lich schlau­er macht. Von „Ro­ta­ti­on ins Nichts“( Bild) bis „Ins Le­ben zu­rück­ge­kämpft“( Münch­ner Mer­kur) reich­ten die In­ter­pre­ta­tio­nen in den Schlag­zei­len. In­ves­tor Ha­san Is­ma­ik ver­kün­de­te per Face­book: „Ich ha­be ei­ne Trotz­re­ak­ti­on ge­se­hen. Das wa­ren Lö­wen, wie sie die Fans und ich se­hen wol­len: lei­den­schaft­lich und wil­lens­stark.“Is­maiks Pro­gno­se: „Macht die Mann­schaft so wei­ter, bin ich mir si­cher, dass wir bald wie­der Punk­te sam­meln.“

Mag sein. „Bald“ist schließ­lich ein dehn­ba­rer Be­griff. Vor­her­sag­bar ist nach den Ein­drü­cken der jüngs­ten Nie­der­la­gen al­ler­dings nur die Zahl der blau­en Ge­gen­to­re. In fünf der letz­ten sechs Spie­le kas­sier­ten die Sech­zi­ger zwei Stück. Ei­ne Aus­nah­me bil­de­te die He­implei­te ge­gen Düsseldorf. Da wa­ren’s drei.

In der Stutt­gar­ter Are­na hat­te Trai­ner Kos­ta Run­jaic sein Team gleich auf sechs Po­si­tio­nen ver­än­dert. Au­ßer den Grund­tu­gen­den Ein­satz, Biss und Cha­rak­ter fiel al­ler­dings auch dem Coach nichts ein, was jetzt wirk­lich bes­ser ge­we­sen wä­re als ge­gen Düsseldorf. Aus­schlag­ge­bend wa­ren viel­mehr die Ge­mein­sam­kei­ten: kein Zu­griff auf die geg­ne­ri­schen Sech­ser und Flü­gel­spie­ler, kopf­lo­ses Her­aus­rü­cken der In­nen­ver­tei­di­ger (Mau­ers­ber­ger!) und wie­der die­se ekla­tan­ten Feh­ler, die sich wie ein ro­ter Fa­den durch die Sai­son zie­hen. Nach Bü­low und Mat­mour ge­gen Düsseldorf ta­ten sich die­ses Mal Day­lon Claa­sen und Fa­nol Per­de­daj als Mit-Vor­be­rei­ter des 0:1 und 0:2 her­vor. Der Süd­afri­ka­ner ver­tän­del­te den Ball am ei­ge­nen Sech­zeh­ner ge­gen Ma­né, der Ko­so­va­re be­hin­der­te Mau­ers­ber­ger beim Kopf­ball­du­ell ge­gen Gent­ner, der Öz­cans Ecke zum zwei­ten Tref­fer ver­län­ger­te.

Eichin war be­dient nach den „zwei sau­dum­men Feh­lern, durch die wir uns auf die Ver­lie­rer­stra­ße ge­bracht ha­ben“. Auch wenn er Fra­gen nach dem Trai­ner be­herzt ab­würg­te („Spe­ku­liert doch, was ihr wollt, die­se Fra­ge nervt mich so. Ich ha­be schon fünf Mal ge­sagt, dass ich grund­sätz­lich nichts zum Trai­ner be­ant­wor­te“), so weiß der ehe­ma­li­ge Bre­mer ge­nau um die Kraft des Fak­ti­schen. Und da lässt es sich mit nur ei­nem Punkt aus den jüngs­ten sechs Spie­len eben schwer ar­gu­men­tie­ren, auch wenn die Ver­letz­ten­lis­te wei­ter­hin lang ist.

„Wir krie­gen nur Ru­he rein, wenn die Punk­te kom­men“, sag­te Eichin am Sams­tag in Heu­te im Sta­di­on auf Bay­ern1. „Es dau­ert sei­ne Zeit,

bis sich ei­ne Mann­schaft fin­det und wir die rich­ti­gen Maß­nah­men er­grif­fen ha­ben.“

Nach dem mor­gi­gen Po­kal­spiel in Würz­burg war­ten in der Li­ga nach­ein­an­der Aue, Sandhausen und Kai­sers­lau­tern. Spä­tes­tens nach die­sem bri­san­ten Triple soll­ten al­le schlau­er sein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.