Mün­chen

tz - - POLITIK - J. HEININGER, S. DEL­LA MALVA

Sie schlei­chen durch die fins­te­re Nacht, lau­ern hin­ter Bü­schen und ken­nen nur ein Ziel: Men­schen in Angst und Schre­cken zu ver­set­zen. So­ge­nann­te Hor­rorC­lowns trei­ben nicht nur in den USA ihr Un­we­sen (sie­he Kas­ten) – vor we­ni­gen Ta­gen wur­den in Bay­ern die ers­ten Gru­sel­ge­stal­ten ge­sich­tet, die Pas­san­ten auf­lau­ern und er­schre­cken. Jetzt ist der ge­fähr­li­che Trend auch in Mün­chen an­ge­kom­men. Seit ei­ner Woche sind im Po­li­zei­prä­si­di­um 30 Hin­wei­se ein­ge­gan­gen. Sie­ben Fäl­le ha­ben die Be­am­ten seit Frei­tag of­fi­zi­ell be­stä­tigt

Die ge­spens­tischs­te Ge­schich­te er­eig­ne­te sich am Frei­tag­abend im West­park. Ge­gen 19 Uhr ra­del­te ein 10-Jäh­ri­ger nach dem Fuß­ball­trai­ning durch den Park, als plötz­lich ein Un­be­kann­ter mit Clowns-Mas­ke laut schrei­end aus dem Ge­büsch springt. To­tal ir­re: In sei­ner Hand schwingt er ei­ne rie­si­ge Axt. Spä­ter er­zähl­te der trau­ma­ti­sier­te Jun­ge sei­nen El­tern, dass der Clown auf ihn zu­lief. In To­des­angst flieht der Bub, stram­pelt wei­nend auf dem Fahr­rad nach Hau­se. Was er ge­se­hen ha­ben will: Dass sich der Hor­ror-Clown bei sei­ner Ak­ti­on mit ei­nem Smart­pho­ne selbst ge­filmt hat.

Und das ist durch­aus glaub­haft, wie die Po­li­zei ges­tern auf tz- Nach­fra­ge mit­teil­te. Denn die Vi­de­os wer­den an­schlie­ßend oft vol­ler Stolz und Scha­den­freu­de im In­ter­net ver­öf­fent­licht. Das In­ter­es­se an den kur­zen Film­chen mit den ver­meint­lich lus­ti­gen Strei­chen ist hoch, tau­send­fach wer­den sie im Netz an­ge­klickt. „Das ruft wie­der­um zahl­rei­che Nach­ah­mer auf den Plan“, er­klärt Po­li­zei­spre­cher Flo­ri­an Hir­schau­er.

Doch das ist nur ei­ner von ins­ge­samt sie­ben Fäl­len im Be­reich der Münch­ner Po­li­zei. „Wir neh­men je­den Fall sehr ernst“, ver­si­chert Hir­schau­er. So wie auch die Mel­dung ei­nes Zeu­gen, der eben­falls am Frei­tag ge­gen 17 Uhr an der Bus­hal­te­stel­le am Win­trich­ring (Moo­sach) ei­nen mit ei­nem Kü­chen­mes­ser wild fuch­teln­den Hor­rorC­lown ge­se­hen ha­ben will. Als die Po­li­zei­strei­fe ein­traf, war die Per­son be­reits ver­schwun­den.

Am Sams­tag­mor­gen soll am Send­lin­ger-Tor-Platz ge­gen 4 Uhr ein Clown „zom­bie­ar­tig“, wie die Po­li­zei er­zählt, her­um­ge­schli­chen sein und da­bei be­ängs­ti­gen­de Lau­te von sich ge­ge­ben ha­ben. Ähn­li­che Vor­fäl­le sol­len sich am sel­ben Abend in der Her­zog­stra­ße, in der Ru­perts­ber­ger Stra­ße und im Olym­pia­park er­eig­net ha­ben.

Bei den Ko­s­tüm­ver­käu­fern er­lebt das Clown-Out­fit der­zeit ei­ne Re­nais­sance, wie Ran­dy Mi­kels (49) be­stä­tigt. Er ist Chef des Hal­lo­ween Sto­re in der Mül­ler­stra­ße – und sagt: „Der Trend wird wie­der vor­über­ge­hen.“

Hof­fent­lich – denn der Clown-Hor­ror ist al­les an­de­re als lus­tig: Tä­tern droht im schlimms­ten Fall so­gar Knast (sie­he un­ten).

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