Seh­nerv in Ge­fahr

tz - - MENSCHEN -

den Werk­ta­gen. Je­de Sit­zung dau­ert cir­ca 70 Mi­nu­ten. Meist sieht man schon nach we­ni­gen Ta­gen, ob die Be­hand­lung wirkt. Man­che Pa­ti­en­ten ge­ben an, dass sie im All­tag bes­ser zu­recht­kom­men, wie­der mit den En­keln spie­len oder den Nach­rich­ten­spre­cher Der Seh­nerv ist in stän­di­ger Ge­fahr: Mil­lio­nen von Men­schen in Deutsch­land lei­den un­ter so­ge­nann­ten Ge­sichts­feld­aus­fäl­len. Sie kön­nen plötz­lich auf­tre­ten oder sich schlei­chend ent­wi­ckeln. Im Prin­zip sind es drei Er­eig­nis­se, die den Seh­nerv auf Dau­er schä­di­gen kön­nen: Durch­blu­tungs­stö­run­gen, er­höh­ter Au­gen­in­nen­druck und Schlä­ge oder an­de­re Trau­ma­er­eig­nis­se, die das Au­ge tref­fen. Beim Schlag aufs Au­ge kann das Au­ge plötz­lich er­blin­den, bei chro­nisch am Grü­nen Star er­krank­ten Per­so­nen führt ein zu ho­her Au­gen­druck zum Ver­lust von Seh­ner­ven. Bei Blut­hoch­druck kommt es häu­fi­ger zu so­ge­nann­ten Au­gen­in­fark­ten, wenn Ar­te­ri­en, die den Seh­nerv mit sau­er­stoff­rei­chem Blut und Nähr­stof­fen ver­sor­gen, plötz­lich ver­stop­fen und der Nerv un­ter­ver­sorgt wird und teil­wei­se ab­stirbt. Der Pa­ti­ent sieht auf ein­mal ver­schwom­men, oder dunk­le bzw. hel­le Fle­cken ver­ber­gen dau­er­haft das kom­plet­te Bild.

Ein fünf Zen­tim­ter lan­ges Sen­si­bel­chen Der Seh­nerv wird auch als Ner­vus Op­ti­cus be­zeich­net. Er ist et­wa vier bis fünf Zen­ti­me­ter lang und be­steht aus ge­bün­del­ten Ner­ven­fa­sern. Er lei­tet die elek­tri­schen Si­gna­le der Netz­haut an das Ge­hirn wei­ter, das die Si­gna­le schließ­lich in Bil­der um­wan­delt. im Fern­se­hen er­ken­nen kön­nen. Aber wir se­hen auch Ver­bes­se­run­gen der Ge­sichts­feld­mus­ter.

Wem hilft die Be­hand­lung am bes­ten?

Pa­ras­ta: Wenn ei­ne Ner­ven­zel­le ab­ge­stor­ben ist, kön­nen wir sie nicht wie­der zum Le­ben er­we­cken. Da­her ha­ben wir be­son­ders bei Akut-Er­eig­nis­sen gu­te Er­fol­ge. Ei­ne Pa­ti­en­tin von mir war auf ei­nen Be­sen ge­tre­ten, hat­te den Stil ins Au­ge be­kom­men und war auf die­sem Au­ge er­blin­det. Frü­her hät­te sie ab­war­ten müs­sen, was in den nächs­ten Wo­chen pas­siert. Wir konn­ten die Hei­lung mit ei­ner Stromthe­ra­pie un­ter­stüt­zen und die Seh­fä­hig­keit deut­lich ver­bes­sern. Eben­so kann man bei Durch­blu­tungs­stö­run­gen amSeh­nerv früh mit ei­ner Be­hand­lung be­gin­nen, ein­fach um das Abst­er­ben von Ner­ven­zel­len zu ver­hin­dern. Op­ti­mal wä­re in den ers­ten vier bis sechs Wo­chen nach dem Er­eig­nis. Aber im­mer wie­der müs­sen wir Pa­ti­en­ten ent­täu­schen, weil sie ein­fach zu viel er­war­ten und auch, weil sie die nor­ma­le Be­hand­lung ih­rer Er­kran­kung ver­nach­läs­si­gen. Die Stromthe­ra­pie ist kein Er­satz für be­währ­te The­ra­pi­en in der mo­der­nen Me­di­zin. Trop­fen und Ope­ra­tio­nen wird die Stromthe­ra­pie nicht er­set­zen kön­nen. Wer zahlt die The­ra­pie? Pa­ras­ta: Bis­her zah­len nur we­ni­ge Pri­va­te Kran­ken­kas­sen die EBS-Stromthe­ra­pie, die pro Be­hand­lungs­se­quenz cir­ca 4000 Eu­ro kos­tet. Es ist eben noch ei­ne ganz neue Be­hand­lung. ■ Dr. Pa­ras­ta ist lei­ten­der Arzt im Au­gen­zen­trum (Riem, Haid­hau­sen). In­fos un­ter: www.au­gen­zen­trum. net oder 089/45 45 30 40

F. Wes­ter­mann

Dr. Pa­ras­ta legt die Hau­be an, mit der Strom durch den Seh­nerv ge­lei­tet wird. Vor der The­ra­pie wird das Au­ge un­ter­sucht (re.)

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