So geht es für die Men­schen wei­ter

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Im „Dschun­gel von Ca­lais“leb­ten zu­letzt rund 6500 Flücht­lin­ge in ei­ner Zelt- und Hüt­ten­stadt. Vie­le von ih­nen sind auf dem Weg nach Groß­bri­tan­ni­en in der nord­fran­zö­si­schen Ha­fen­stadt am Är­mel­ka­nal ge­stran­det. Sie stam­men aus Eri­trea oder Äthio­pi­en, aus Af­gha­nis­tan, Pa­kis­tan oder dem Su­dan. Die Pa­ri­ser Re­gie­rung des so­zia­lis­ti­schen Pre­miers Ma­nu­el Valls lässt nun das wil­de La­ger räu­men. Bus­se sol­len die Men­schen in Auf­fang­la­ger im gan­zen Land ver­tei­len. Die Ak­ti­on, die wohl ei­ne Woche dau­ert, be­gann ges­tern Mor­gen.

Der ers­te Bus star­te­te ge­gen 8.40 Uhr mit 50 su­da­ne­si­schen Flücht­lin­gen in Rich­tung Bur­gund. Nicht we­ni­ge rie­fen beim Ver­las­sen des La­gers „Bye, bye, Dschun­gel“– sie sind froh, dem Elends­quar­tier zu ent­kom­men. Auch, weil der Win­ter vor der Tür steht und ein hu­ma­ni­tä­res Fi­as­ko droht. Ins­ge­samt soll­ten ges­tern 60 Bus­se im 15-Mi­nu­ten-Takt ab­fah­ren.

Die Ak­ti­on mit Un­ter­stüt­zung von 1250 Po­li­zis­ten ver­lief ges­tern fried­lich. Ob es so bleibt, ist al­ler­dings frag­lich. Bis­lang mel­de­ten sich vor al­lem die Flücht­lin­ge bei den Bus­sen, die Ca­lais frei­wil­lig ver­las­sen wol­len. Rund 2000 wol­len aber blei­ben …

So geht es jetzt für die Flücht­lin­ge wei­ter: ■ Um­sied­lung: Die fran­zö­si­sche Re­gie­rung will die meis­ten Be­woh­ner des La­gers auf 451 Auf­nah­me­zen­tren im gan­zen Land ver­tei­len. 6000 bis 8000 Flücht­lin­ge sol­len so um­ge­sie­delt wer­den, von Mon­tag bis Mitt­woch wer­den 145 Bus­se rol­len. ■ Auf­nah­me in Groß­bri­tan­ni­en: Zu­letzt sol­len sich im „Dschun­gel“rund 1300 un­be­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge auf­ge­hal­ten ha­ben. Rund 40 Pro­zent von ih­nen ge­ben an, in Groß­bri­tan­ni­en Fa­mi­lie zu ha­ben. Sie kön­nen dar­auf hof­fen, im Zu­ge des Nach­zugs dort auf­ge­nom­men zu wer­den. Lon­don ist zu­sätz­lich be­reit, als be­son­ders „ver­letz­lich“an­ge­se­he­ne min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge oh­ne Ver­wand­te auf­zu­neh­men. In der Re­gel be­trifft das jun­ge Mäd­chen. ■ Rück­füh­rung: In­of­fi­zi­el­len Schät­zun­gen zu­fol­ge sind 65 bis 75 Pro­zent der Be­woh­ner des „Dschun­gels“bei der Ein­rei­se in die EU be­reits in ei­nem an­de­ren Land re­gis­triert, die meis­ten von ih­nen in Ita­li­en. Nach dem Ab­kom­men von Du­blin müss­ten sie ei­gent­lich in die­ses Land zu­rück­ge­führt wer­den. Die fran­zö­si­schen Be­hör­den wol­len aber of­fen­bar ein Au­ge zu­drü­cken und die Men­schen auf­for­dern, in Frank­reich Asyl zu be­an­tra­gen. ■ Ab­schie­bung: Wer sich wei­gert, bei der Schlie­ßung des La­gers zu ko­ope­rie­ren, dem droht nach Ein­schät­zung von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen die Ab­schie­bung in sein Hei­mat­land. ■ Ab­tau­chen: Ei­ne Rei­he von Flücht­lin­gen ha­ben Ca­lais be­reits ver­las­sen, als die ers­ten Be­rich­te über die Schlie­ßung be­kannt wur­den. Wie hoch ih­re Zahl ist, weiß nie­mand. Schät­zun­gen spre­chen von 2000 Flücht­lin­gen, wel­che die Re­gi­on um Ca­lais nicht ver­las­sen wol­len. Ihr Plan: Wei­ter ver­su­chen, sich von Nord­frank­reich aus nach Groß­bri­tan­ni­en durch­zu­schla­gen.

F.: afp

Den Flücht­lin­gen, die nicht in die Bus­se ein­stei­gen wol­len, droht die Ab­schie­bung

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