Sein eis­kal­tes Mord-Ge­ständ­nis

tz - - BAYERN -

Die An­kla­ge liest sich wie ein Do­ku­ment des Grau­ens – und sein Ge­ständ­nis ist eis­kalt: Am 30. No­vem­ber 2015 er­schlug der Sys­tem­be­treu­er Horst K. (53) sei­ne schla­fen­de Ehe­frau Gra­ce († 37) – weil er Sex-Ur­laub in Thai­land ma­chen woll­te! Das Ho­tel­zim­mer in Pat­ta­ya hat­te er be­reits ge­bucht, als er sei­ne noch rö­cheln­de Frau mit ei­ner Plas­tik­tü­te er­stick­te. Dann fuhr Horst K. ins Rei­se­bü­ro und be­zahl­te mit Geld sei­ner Frau ein Flug­ti­cket. Wie­der da­heim, zer­säg­te er die Lei­che. Die Tei­le leg­te er in Salz ein, pack­te sie in Kis­ten, die er mit Bau­schaum auf­füll­te. Vor sei­nem Ab­flug ver­steck­te er die Kis­ten in ei­nem Augs­bur­ger La­ger­haus.

Zum Pro­zess­auf­takt ges­tern vor dem Land­ge­richt Augs­burg be­stritt Horst K. das Mord­mo­tiv der Hab­gier: Er ha­be sei­ne Frau nicht we­gen des Gel­des um­ge­bracht, son­dern um selbst Sui­zid be­ge­hen zu kön­nen. Er sei be­ruf­lich über­for­dert ge­we­sen und ha­be sich Krank­hei­ten ein­ge­bil­det, ließ K. sei­nen Ver­tei­di­ger Bernd Scha­rin­ger vor­tra­gen. In Thai­land ha­be er ge­hofft, sich in Ru­he das Le­ben neh­men zu kön­nen. „Doch dann hat­te ich Angst, mich um­zu­brin­gen, woll­te nicht al­lein sein. Da ha­be ich je­man­den ken­nen­ge­lernt und Sex mit ihr ge­habt.“

Als ihm das Geld An­fang Ja­nu­ar 2016 aus­ge­gan­gen war, flog er nach Deutsch­land zu­rück – wo er von der Kri­po schon er­war­tet wur­de. Ei­ne Be­kann­te von Gra­ce K. hat­te Ver­miss­ten­an­zei­ge er­stat­tet, in der ge­mein­sa­men Woh­nung in Fried­berg bei Augs­burg wur­den dar­auf­hin Blut­spu­ren ent­deckt.

Brie­fe, die Horst K. auf sei­nem Thai­lan­dT­rip ge­schrie­ben hat, wer­fen ein eis­kal­tes Licht auf ihn: In ei­nem Do­ku­ment na­mens „War­um.docx“be­schreibt er, wie er sei­ne von den Phil­ip­pi­nen stam­men­de Frau in In­ter­net- Chats so­wie in Thai­land be­trog. 2013 ha­be er „zehn Ta­ge und Näch­te un­be­schwer­te Lie­be“in Pat- ta­ya er­lebt. Da war er mit Gra­ce schon acht Jah­re ver­hei­ra­tet. Über sei­ne Frau be­klagt er sich, sie las­se Es­sen an­bren­nen, ver­zo­cke ihr Geld bei ei­nem On­li­ne -Bro­ker und be­schäf­ti­ge sich mehr mit ih­rem Han­dy als mit ihm. Über die Frau, die er nach dem Mord an Gra­ce K. in Thai­land ken­nen­lern­te, schwärmt er hin­ge­gen: „Das, was sie ver­sprach, schien auf­re­gend, und vie­le mei­ner ge­hei­men Wün­sche schie­nen in Er­fül­lung zu ge­hen.“

Die Schwes­tern des Mord­op­fers sind für den auf sechs Ta­ge an­ge­setz­ten Pro­zess ei­gens aus Asi­en an­ge­reist. Sie wand­ten die Au­gen ab, als Rich­ter Chris­toph Wies­ner den zwei Ki­lo schwe­ren Ham­mer auf den Tisch pack­te, mit dem ih­re Schwes­ter er­schla­gen wur­de. „Oh Gott“, rie­fen Zu­schau­er. Horst K. blieb un­ge­rührt. Ihm droht le­bens­lan­ge Haft.

Zu Pro­zess­be­ginn wird Horst K. von ei­nem Jus­tiz­be­am­ten in den Ge­richts­saal ge­führt. Re: In die­sem Haus in Fried­berg leb­te das Paar

Horst K. hat­te sei­ne hüb­sche Frau einst im In­ter­net ken­nen­ge­lernt. Im März 2005 hei­ra­te­ten die bei­den (Foto links). Vor ei­nem Jahr er­mor­de­te der Fried­ber­ger sei­ne Ehe­frau äu­ßerst bru­tal

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