Nimm’s leicht!

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„Ihr wer­det aber auch nicht jün­ger.“Gleich zu Be­ginn macht Lloyd Co­le klar: Das hier im Tech­ni­kum ist ei­ne Ver­an­stal­tung für Men­schen mit grau­en Schlä­fen.

Co­le singt so­lo an der Gi­tar­re Lie­der aus sei­ner Ju­gend – ei­ne 80er-Früh­werk­schau mit der Folk­rock-Band The Com­mo­ti­ons. Songs wie 2CV oder Und­res­sed. Der 55-Jäh­ri­ge macht Wit­ze auf ei­ge­ne Kos­ten. Vom stän­di­gen Auf- und Ab­set­zen der Le­se­bril­le ste­hen die Haa­re über den Oh­ren ab: „Könn­ten Sie mich dar­auf auf­merk­sam ma­chen, wenn das pas­siert? Mei­ne Haa­re sind al­les, was mir ge­blie­ben ist.“

Doch der Mann ist in Form, die Me­lo­di­en sind süß, die Gi­tar­ren­tech­nik ist sou­ve­rän, der jun­gen­haft-sehn­süch­ti­ge Te­nor klingt wie frü­her. Merk­wür­dig wird es erst, als Co­le sei­nen Sohn Wil­li­am als zwei­ten Gi­tar­ris­ten auf die Büh­ne holt. Ein Por­trät des Künst­lers als mür­ri­scher jun­ger Mann. Der wirkt, als wä­re er lie­ber beim zeit­gleich statt­fin­den­den The-Cu­re-Kon­zert. Den­noch har­mo­nie­ren die bei­den präch­tig.

Das grel­le Licht aus dem Foy­er blen­det Co­le sen. Ir­gend­wann ver­liert er die Ner­ven, stapft wü­tend durch die Rei­hen und sorgt selbst da­für, dass es wie­der dun­kel wird. Am En­de will man Co­le nur auf die Schul­ter klop­fen und sa­gen, er sol­le es nicht so schwer neh­men, das Al­ter und al­les. Aber man ahnt, dass das Schwer­neh­men schon im­mer die Kunst des Lloyd Co­le war.

F: dpa

Lloyd Co­le, mitt­ler­wei­le 55, in Ak­ti­on

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