Die en­er­ge­ti­sche Ein-Frau-Show

tz - - KULTUR + TV - M. MAI­ER

Als ei­ne Art „One Wo­man Show“hat sich Bar­ba­ra Han­ni­gan mal be­schrie­ben. Und das ist sie! In Be­ri­os Se­quen­za III stellt sie das kom­po­nier­te Psy­cho­gramm ei­ner Frau dar. Im Na­tio­nal­thea­ter macht sie aber­wit­zi­ge Ge­räu­sche, schafft fes­seln­de Klangphä­no­me­ne.

Das 2. Aka­de­mie­kon­zert be­gann schon sehr stark. Dja­mi­la Bou­pacha von No­no ging at­tac­ca über in den lang­sa­men ers­ten Satz von Haydns düs­ter-en­er­ge­ti­scher Sin­fo­nie La Pas­sio­ne, der da- durch rich­tig er­schüt­ter­te. Dies wur­de un­ter­stri­chen, da Han­ni­gan – jetzt als Di­ri­gen­tin – Haydn sei­ne flie­ßen­de Na­tür­lich­keit und ur­ei­ge­ne Ener­gie ließ.

In der an­schlie­ßen­den Arie No words from Tom aus Stra­wins­kys Ra­ke’s Pro­gress zeig­te die 1971 ge­bo­re­ne Schot­tin, dass ihr stimm­lich in die­sem Fach kei­ne das Was­ser rei­chen kann – Opern­freun­de lie­ben sie als Ma­rie in Zim­mer­manns Die Sol­da­ten. Da sie dem Baye­ri­schen Staats­or­ches­ter wäh­rend des Ge­sangs nur we­ni­ge, prä­zi­se Ein­sät­ze gab, be­glei­te­te dies noch um­sich­ti­ger, kam­mer­mu­si­ka­li­scher.

Die­ses part­ner­schaft­li­che, durch­at­me­te Mu­si­zie­ren präg­te auch die Pul­ci­nella-Sui­te. Han­ni­gan malt Mu­sik, schiebt ih­re Ener­gie ins Orches­ter, drückt durch ih­ren Kör­per Emo­ti­on aus. Mit der Zeit wird sie die­sen Stil im­mer wei­ter ver­fei­nern und noch mehr Ge­spür ent­wi­ckeln, wann man ein Orches­ter auch mal los­las­sen kann.

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