„Bay­ern ist ver­wund­bar“

Ar­min Veh vor dem Du­ell sei­nes Hei­mat­ver­eins mit dem Re­kord­meis­ter

tz - - SPORT -

Ar­min Veh

Sei­ne Spie­ler­kar­rie­re star­te­te Ar­min Veh in Augs­burg, auch die ers­te Trai­ner­sta­ti­on des 55-Jäh­ri­gen war der FCA. Bis heu­te ist Veh, der 2007 mit dem VfB Stuttgart Deut­scher Meis­ter wur­de, sei­nem Hei­mat­ver­ein tief ver­bun­den. Im tz- In­ter­view spricht der Ex­per­te von Sport1 über das dop­pel­te Du­ell mit dem FCB.

Herr Veh, schafft der FCA heu­te die Sen­sa­ti­on? Oder wenn, dann eher in der Li­ga am Sams­tag?

Veh: Von ei­ner Sen­sa­ti­on möch­te ich da gar nicht spre­chen, schließ­lich tref­fen zwei Mann­schaf­ten aus der glei­chen Li­ga auf­ein­an­der. Die Bay­ern sind na­tür­lich der gro­ße Fa­vo­rit. Ich bin dem FCA seit mei­nem sechs­ten Le­bens­jahr ver­bun­den, da­her kann ich Ih­nen sa­gen: Al­lein die Tat­sa­che, so re­gel­mä­ßig ge­gen den FC Bay­ern und nicht mehr sei­ne Ama­teu­re zu spie­len, ist schon ein Rie­sen­er­folg für den Ver­ein. Dar­über hin­aus hat der FCA aber ja schon be­wie­sen, dass er die Bay­ern schla­gen kann. Wenn die Augs­bur­ger jetzt et­was ho­len kön­nen, dann al­ler­dings wohl doch eher am Sams­tag vor hei­mi­scher Ku­lis­se.

Was läuft beim FCA bes­ser als zum Bei­spiel beim HSV?

Veh: Ich ken­ne ja bei­de Ver­ei­ne. Es ist ein gro­ßer Un­ter­schied, ob man in Augs­burg oder Ham­burg tä­tig ist. Das Un­der­state­ment, das auch ei­ne ge­wis­se Ru­he in den Klub und in das Um­feld bringt, kann man in Augs­burg na­tür­lich viel bes­ser be­trei­ben. Im Ham­burg ist das nicht mög­lich, in Frankfurt zum Bei­spiel auch nicht. So ei­nen

Vor­teil muss man aus­nut- zen, und das tun die Ver­ant­wort­li­chen auch. Da­zu muss aber auch ge­sagt wer­den, dass die Ar­beit von Stefan Reuter sehr gut ist. Was in Augs­burg auf­ge­baut wur­de, war vor zehn Jah­ren noch un­denk­bar.

Der Zoff zwi­schen Reuter und Ex-Trai­ner Markus Wein­zierl und der Fa­när­ger um Ge­org Teigl sind in Augs­burg ja fast schon Skan­da­le…

Veh: Ja, aber das sind Din­ge, aus de­nen man auch ler­nen kann. Es gibt im­mer mal Pro­ble­me, die man kaum für mög­lich ge­hal­ten hät­te. Trotz­dem kann man an sol­chen Si­tua­tio­nen wach­sen, wenn man sich mit den Din­gen ver­nünf­tig aus­ein­an­der­setzt und sei­ne Leh­ren dar­aus zieht.

Was hat sich beim FCA in die­ser Sai­son au­ßer dem Trai­ner ge­än­dert?

Veh: Wahn­sin­nig gro­ße Ve­rän­de­run­gen sind mir nicht auf­ge­fal­len, die Mann­schaft spielt vi­el­leicht ei­nen Tick de­fen­si­ver als zu­vor. Al­so kann sie dem FCB wie schon in den Vor­jah­ren heu­te grö­ße­re Pro­ble­me be­rei­ten?

Veh: Das ha­ben ja an­de­re Ver­ei­ne schon vor­ge­macht. Die Bay­ern sind noch nicht in der Form der ver­gan­ge­nen Jah­re. Zur­zeit sind sie ver­wund­bar. Das hat aber meh­re­re Grün­de. Wel­che? Veh: Die Mann­schaft ist vier­mal in Fol­ge Deut­scher Meis­ter ge­wor­den, das ist his­to­risch. Da ist es völ­lig ver­ständ­lich, dass dann mal ein paar Pro­zen­te feh­len. Da­zu wa­ren vie­le Spie­ler im Som­mer bei der EM im Ein­satz, und seit Sai­son­be­ginn pla­gen den FCB im­mer wie­der Ver­let­zungs pro­ble­me. Da kom­men vie­le Klei­nig­kei­ten zu­sam­men. Auch das Spiel hat sich ver­än­dert. Ich se­he noch kei­ne kla­re Li­nie un­ter Car­lo An­ce­lot­ti. Mal zie­hen sie sich zu­rück, mal pres­sen sie. Vor­her wuss­te man im­mer, was die Bay­ern wol­len, wel­chen Plan sie ver­fol­gen. Das ist mo­men­tan noch nicht zu er­ken­nen. Für die Bay­ern ist die Form aber erst in der ent­schei­den­den Pha­se der Sai­son wich­tig, die geht in Mün­chen ja erst im April los. Und dann sind sie da, da bin ich mir si­cher.

Fo­tos: Sam­pics, dpa

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