60 siegt im El­fer-Kri­mi!

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Ge­schafft! Der TSV 1860 steht im Ach­tel­fi­na­le des DFB-Po­kals. Mit ei­nem 4:3 im Elf­me­ter­schie­ßen war­fen die Lö­wen ges­tern Abend die Würz­bur­ger Ki­ckers aus dem Wett­be­werb. Ay­cicek, Uduok­hai, Wit­tek und Möl­ders tra­fen im Shoo­tout, Sto­j­ko­vic ver­schoss. Auf Würz­bur­ger Sei­te ver­ga­ben So­ria­no und Dagh­fous, der den letz­ten El­fer an die Qu­er­lat­te häm­mer­te.

„Die Mann­schaft hat an sich ge­glaubt. Das Glück war heu­te auf un­se­rer Sei­te”, sag­te Trai­ner Kos­ta Run­jaic. Und Sa­scha Möl­ders mein­te breit grin­send: „Mor­gen schaue ich mir im Fern­se­hen das Du­ell Bay­ern ge­gen Augs­burg an – den Sie­ger hät­te ich ger­ne.“

630 000 Eu­ro be­schert der Ach­tel­fi­nal-Ein­zug den Lö­wen. Den Geg­ner für die nächs­te Run­de (7./8. Fe­bru­ar 2017) zieht heu­te im ARD-„Sport­schauClub“Turn-Olym­pia­sie­ger Fa­bi­an Ham­bü­chen. In der Li­ga geht’s am Frei­tag um 18.30 Uhr ge­gen Erz­ge­bir­ge Aue wei­ter.

Vier Än­de­run­gen hat­te Run­jaic ge­gen­über dem Stuttgart- Spiel vor­ge­nom­men. Für den an­ge­schla­ge­nen Rod­nei kam Fe­lix Uduok­hai zu sei­nem Start­elf-De­büt, da­zu durf­ten Ad­lung, Mu­go­sa und Kar­ger von Be­ginn an ran. Die größ­te Über­ra­schung ge­lang dem Coach mit der Her­aus­nah­me von Vic­tor And­ra­de. Der Bra­si­lia­ner, der am ver­gan­ge­nen Frei­tag halb Stuttgart mit sei­nen Tem­po­d­ribb­lings ei­ne Ver­war­nung ein­ge­brockt hat­te, muss­te von der Bank aus zu­se­hen, wie sei­ne Kol­le­gen ei­ne kämp­fe­risch ak­zep­ta­ble, aber fuß­bal­le­risch äu­ßerst dürf­ti­ge ers­te Halb­zeit ab­lie­fer­ten. Da auch die Würz­bur­ger kei­ner­lei Ide­en ent­wi­ckel­ten, zo­gen sich die 45 Mi­nu­ten wie ein An­ce­lot­ti-Kau­gum­mi. Glück hat­te 1860 zwei Mi­nu­ten vor dem Pau­sen­pfiff, als Schieds­rich­ter Markus Schmidt nach ei­nem Schub­ser von Per­de­daj ge­gen Dagh­fous im Straf­raum nicht auf den Elf­me­ter­punkt zeig­te.

Viel bes­ser wur­de die Par­tie auch nach dem Wech­sel nicht. Mit And­ra­de für Kar­ger hat­ten die Lö­wen nun zwar mehr Dampf auf dem Kes­sel, doch es fehl­te die Zu­spit­zung. Sto­j­ko­vic für den Gelb-Rot-ge­fähr­de­ten Per­de­daj gab der rech­ten Ab­wehr­sei­te Halt, ins­ge­samt er­ar­bei­te­ten sich die Sech­zi­ger ein op­ti­sches Über­ge­wicht, doch dann der Schock: And­ra­de hielt sich nach ei­nem Crash mit Pisot das lin­ke Knie. Ein Wei­ter­spie­len war un­mög­lich. Nach 67 Mi­nu­ten hum­pel­te der Pu­bli­kums­lieb­ling vom Feld, be­kam ei­nen Eis­ver­band um­ge­legt. Ei­ne Dia­gno­se soll heu­te fol­gen.

Vie­le Tor­chan­cen be­ka­men die 12 142 Zu­schau­er im Sta­di­on am Dal­len­berg in der re­gu­lä­ren Spiel­zeit nicht mehr zu se­hen. And­ra­de-Er­satz Ay­cicek ver­such­te ge­gen Mül­ler ei­nen El­fer zu schin­den (80.), in der Nach­spiel­zeit ver­ga­ben Dagh­fous und Möl­ders. 30 Ex­tra­mi­nu­ten wa­ren die Fol­ge, in de­nen zu­nächst Würz­burg ge­fähr­li

cher wirk­te. Der ein­ge- wech­sel­te Ex-Lö­we Val­det Ra­ma traf mit ei­nem Kopf­ball die Lat­te (99.), in den letz­ten zehn Mi­nu­ten drück­ten noch­mal die Lö­wen aufs Gas. Mu­go­sa schei­ter­te mit ei­nem Dia­go­nal­schuss an Ki­ckers-Kee­per Sie­ben­handl, der sei­nem Nach­ma­men al­le Eh­re mach­te (112.).

Die Ent­schei­dung muss­te im Elf­me­ter­schie­ßen fal­len. Das Fa­zit: Al­les Lat­te bei den Lö­wen – zu­min­dest im Po­kal.

Fo­tos: dpa (2), MiS

Wech­sel­bad der Ge­füh­le: Oben die Lö­wen völ­lig los­ge­löst nach dem Sieg im Elf­me­ter­schie­ßen. Rechts Neu­haus mit Zim­mer­mann, der ei­nen Elf­me­ter hielt. Links And­ra­de, der mit ei­ner Knie­ver­let­zung raus­muss­te. Sie soll al­ler­dings nicht gra­vie­rend sein

Foto: dpa

Lö­we Kar­ger (li.) im Luft­kampf mit dem Würz­bur­ger Pisot. Kar­ger ging zur Pau­se

Foto: Imago

Trost: Run­jaic mit Dagh­fous, der sei­nen El­fer ver­schoss

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