So schüt­zen Sie sich vor Ein­bre­chern

tz - - POLITIK - JO­HAN­NES HEININGER

Völ­lig ver­ängs­tigt fuh­ren Wolf­gang Er­hardt (49) und sei­ne Frau zu­rück nach Mün­chen. Sie muss­ten ih­ren Ur­laub in Bad Rei­chen­hall ab­bre­chen: Bei dem Ehe­paar aus Berg am Laim war ein­ge­bro­chen wor­den – ei­ne Nach­ba­rin hat­te sie in­for­miert. Zwar war der Scha­den ge­ring, der Schock sitzt aber auch ein Jahr nach dem Vor­fall tief. Als sie ih­re Woh­nung be­tre­ten woll­ten, ver­sperr­te ih­nen ihr ei­ge­ner Schrank den Weg – den hat­ten die Ein­bre­cher we­ni­ge St­un­den zu­vor vor die Woh­nungs­tür ge­scho­ben. Über ein auf­ge­he­bel­tes Fens­ter dran­gen die Gangs­ter in das Rei­hen­haus ein. Sie durch­wühl­ten al­les, nah­men am En­de ei­nen Wür­fel­t­re­sor mit. Tei­le des In­halts fand Wolf­gang Er­hardt tags dar­auf in ei­ner Pa­pier­ton­ne. „Ich hat­te wich­ti­ge Un­ter­la­gen wie So­zi­al­ver­si­che­rung und an­de­re Do­ku­men­te da­rin auf­be­wahrt“, er­klärt der Ban­ker. Die Geld­kas­set­te mit et­wa 8000 Eu­ro tauch­te al­ler­dings nicht mehr auf. Viel schlim­mer als der ma­te­ri­el­le Scha­den wa­ren für Er­hardt und sei­ne Frau aber die psy­chi­schen Fol­gen. Er sagt: „Man be­schäf­tigt sich stän­dig mit dem Ge­dan­ken, dass hier je­mand rum­ge­schnüf­felt hat, der da ei­gent­lich gar nicht sein soll­te.“Sei­ner Frau macht der Ein­bruch noch heu­te schwer zu schaf­fen. Er­hardt selbst hat, wie er sagt, eher ge­lernt, da­mit um­zu­ge­hen. Auch wenn er seit­dem noch vor­sich­ti­ger ge­wor­den ist, Tü­ren und Fens­ter mit Si­cher­heits­be­schlä­gen hat aus­stat­ten las­sen. Mit Freun­den und der Fa­mi­lie über die Tat zu spre­chen, tut ihm gut, sagt er. ■ Schlie­ßen Sie im­mer al­le Tü­ren und Fens­ter – auch wenn Sie nur kurz das Haus ver­las­sen. Ge­kipp­te Fens­ter sind leicht zu öff­nen! ■ Tei­len Sie Frem­den nicht mit, dass Sie län­ger nicht zu Hau­se sind. Bit­ten Sie Nach­barn, den Brief­kas­ten zu lee­ren und ge­le­gent­lich Ih­re Ja­lou­si­en zu öff­nen. ■ Ein­bre­cher ken­nen al­le Ver­ste­cke. De­po­nie­ren Sie kei­ne Schlüs­sel un­ter Blu­men­töp­fen oder Fuß­mat­ten. ■ Ha­ben Sie ein wach­sa­mes Au­ge. Ent­de­cken Sie frem­de oder ver­däch­ti­ge Per­so­nen auf dem Grund­stück Ih­res Nach­barn, wäh­len Sie die 110. ■ Ur­laubs­plä­ne oder Fo­tos, die ver­ra­ten, dass Sie län­ge­re Zeit nicht zu Hau­se sind, ge­hö­ren nicht ins In­ter­net! ■ Ma­chen Sie es den Ein­bre­chern nicht noch ein­fa­cher, in­dem Sie Lei­ter und Schrau­ben­zie­her zu­gäng­lich auf­be­wah­ren. ■ Stat­ten Sie Ihr Haus oder Ih­re Woh­nung ein­bruchs­si­cher aus. Be­schlä­ge und Rie­gel für Tü­ren und Fens­ter sind ei­ne loh­nens­wer­te In­ves­ti­ti­on. ■ In­for­mie­ren Sie sich bei Ih­rer Po­li­zei­dienst­stel­le über Ge­fah­ren und Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men. Bu­chen Sie Ro­Si, das rol­len­de Si­cher­heits­mo­bil der Po­li­zei.

Fo­to: Schlaf

Die Tä­ter he­bel­ten das Wohn­zim­mer­fens­ter auf, dran­gen so in das Haus ein. Dort durch­wühl­ten sie die Räu­me und nah­men ei­nen Tre­sor mit Ban­ker Wolf­gang Er­hardt (49) wur­de 2015 Op­fer ei­nes Ein­bruchs

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