„Es ist ein Irr­sinn, den Markt platt zu ma­chen“

tz - - MÜNCHEN+REGION - M.B. RAMONA WEI­SE

„War­um muss man in Mün­chen an­dau­ernd Ge­wach­se­nes ab­rei­ßen und neu bau­en?“, kri­ti­siert der Ka­ba­ret­tist Hel­mut Schleich das an­ge­dach­te Pro­jekt. „Es ist ein Irr­sinn, ei­nen le­ben­di­gen Markt platt zu ma­chen, zu schlie­ßen und in fünf Jah­ren im Ein­heits- Glas-Be­ton- Ge­wand wie­der­zu­er­öff­nen. Und dann sol­len die Leu­te wie­der strö­men? Das ist ein Trug­schluss. Der Markt ist dann erst ein­mal tot“, glaubt Hel­mut Schleich. Dass die Stadt nichts an­de­res tun will, als die neu­en EU-Hy­gie­ne­be­stim­mun­gen um­zu­set­zen, ist für den Künst­ler ein Vor­wand: „Es geht um ei­ne Feu­er­wehr-Zu­fahrt für die 200 neu­en Woh­nun­gen, die die Stadt­spar­kas­se auf dem Ge­län­de des ehe­ma­li­gen E-Werks ne­ben­an er­rich­tet. Doch dass hier Woh­nun­gen für ganz nor­ma­le Münch­ner ent­ste­hen, stimmt ja nicht – rund ein Vier­tel der Woh­nun­gen wird öf­fent­lich ge­för­dert, der Rest wird zu Lu­xus-Eta­blis­se­ments. Mein Ap­pell: Die Stadt soll die Wahr­heit sa­gen und die Tat­sa­chen nicht ver­zer­ren.“ ei­ne sol­che un­ter­ir­di­sche La­ge­rung und Küh­lung nicht. Die Stän­de sol­len zu­künf­tig ähn­lich wie jetzt aus­se­hen – nur an­ders an­ge­ord­net sein, dass mehr Platz zum Fla­nie­ren ist. Bäu­me müss­ten nicht wei­chen, so der Ar­chi­tekt.

Von­sei­ten der 23 Standl­be­trei­ber gibt es un­ter­schied­li­che Mei­nun­gen. „Ich se­he die Plä­ne als In­ves­ti­ti­on in die Zu­kunft“, sagt Obst- und Ge­mü­se­händ­ler Karl Huc­za­la (36). Ei­ne zu­rück­hal­ten­de­re Sa­nie­rung hät­te sich Hel­mut Breu (50), auch Obst- und Ge­mü­se­spe­zia­list, ge­wünscht.

Ei­ni­ge Standl­be­trei­ber mach­ten sich gro­ße Sor­gen um ih­re Zu­kunft, so Fisch­händ­ler Tho­mas Wil­lin­ger (55). Ei­ne Hand­voll über­le­ge so­gar, auf­zu­hö­ren.

Ka­ba­ret­tist Hel­mut Schleich ist ge­gen den Ab­riss der Standl

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