Voll ver­wanzt!

We­gen Un­ge­zie­fer schließt Pür­schling­haus über Win­ter

tz - - BAYERN - Hut

In­ner­halb von zehn Mi­nu­ten sau­gen sie sich mit Blut voll, bis auf das Drei­fa­che ih­res Kör­per­ge­wichts. Bett­wan­zen sind auf dem Vor­marsch. Welt­weit. Und jetzt hat es nach ei­nem Be­richt des Gar­misch-Par­ten­kirch­ner Tag­blatts die Al­pen­ver­eins­sek­ti­on Berg­land mit den Wan­zen er­wischt – am Pür­schling (1564 Me­ter). Nach­dem ei­ne Be­kämp­fung durch ei­nen Kam­mer­jä­ger nicht den ge­wünsch­ten Er- folg brach­te, sieht der DAV nur noch ei­nen Aus­weg – näm­lich die Hüt­te über den Win­ter bis Mai 2017 zu­zu­sper­ren. Dann er­frie­ren und ver­hun­gern die Wan­zen.

Man­geln­de Hy­gie­ne ist nicht die Ur­sa­che. Ste­fan Schuh­bau­er, Vor­sit­zen­der der DAV-Sek­ti­on: „Die Tie­re sind höchst­wahr­schein­lich von Über­nach­tungs­gäs­ten im Schlaf­la­ger ein­ge­schleppt wor­den, über Ruck­sä­cke, Schlaf­sä­cke.“

Auf­ge­kom­men ist der Be­fall durch Berg­wan­de­rer, die am Pür­schling über­nach­tet hat­ten, von den Wan­zen ge­bis­sen wur­den und über Schwel­lun­gen und Juck­reiz klag­ten. Man ha­be die Sa­che von Be­ginn an sehr ernst ge­nom­men und auch ge­mel­det, sagt Hüt­ten­wirt Hu­bert Spind­ler: „Ge­merkt ha­be ich es durch klei­ne Blut­fle­cken auf den Spann­tü­chern der Bet­ten, dann hab’ ich die Vie­cher ent­deckt.“Rat bei der Be­kämp­fung der Wan­zen hat­te sich der DAV bei meh­re­ren Be­hör­den ein­ge­holt. Man emp­fahl: „Die Hüt­te soll­te erst wie­der ge­öff­net wer­den, wenn min­des­tens zwei Ta­ge lang Rit­zen und Ver­ste­cke auf mi­nus fünf bis mi­nus zehn Grad her­un­ter­ge­kühlt wor­den sind.“

Hüt­tenpäch­ter Spind­ler steht hin­ter die­ser Ent­schei­dung: Dies sei zwar bit­ter, aber nicht zu än­dern,

Auch im Win­ter ein be­lieb­tes Ziel, et­wa für Rod­ler: das Pür­schling­haus im Am­mer­ge­bir­ge

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