Schlim­me Ver­lus­te

tz - - BUNT GEMISCHT - An­onyM

Im Ab­stand von ei­ner Woche sind mei­ne bei­den Groß­müt­ter ge­stor­ben. Es ist so, dass bei­de nach jah­re­lan­gem schreck­li­chen Lei­den ge­gan­gen sind. Trotz­dem sind sie ge­gan­gen. Mei­nen El­tern geht es schlecht, und der Opa, des­sen Le­bens­in­halt die Pfle­ge war, hat es noch kaum rea­li­siert. Ich ha­be nicht viel Zeit. Zeit hät­ten mei­ne El­tern. Aber die sind so mit sich be­schäf­tigt, dass mein Opa fast au­ßen vor bleibt. Ich bin mir un­si­cher, wie man ihm am bes­ten hel­fen könn­te. Mei­ne an­de­re Groß­mut­ter, die ge­stor­ben ist, war al­lein­ste­hend ge­we­sen.

Ih­re El­tern kön­nen sich ge­gen- sei­tig stüt­zen. Ihr Opa hat bei­na­he rund um die Uhr die Frau, mit der er Jahr­zehn­te das Le­ben ge­teilt hat, ge­pflegt und hat nie­man­den mehr. Könn­ten Sie ihn viel­leicht trotz Ih­rer knapp be­mes­se­nen Zeit mög­lichst oft be­su­chen? Ein­fach da sein, ihm zu­hö­ren, mal auch mit ihm spa­zie­ren ge­hen? Hat er noch Weg­ge­fähr­ten, die rüs­tig ge­nug sind, ihn eben­falls zu be­su­chen? Über die Kir­chen könn­te man Kon­takt zu Trau­er­be­glei­tern knüp­fen. Ver­ei­ne und Stif­tun­gen bie­ten Selbst­hil­fe­grup­pen an. Ich glau­be aber, man darf auch mit den El­tern dar­über spre­chen, dass es mo­men­tan vor al­lem Opa ist, der Un­ter­stüt­zung braucht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.