Post wird zu­rück­ge­hal­ten

tz - - BURGERANWALT - LOTHAR B. (84), MÜN­CHEN SVS

Ich bin 84 Jah­re alt und le­be seit 1977 in Mün­chen. Hier lebt lei­der auch ein Nef­fe, der mir das Le­ben schwer macht. Bis­her ha­be ich al­les mich Be­tref­fen­de selbst ge­re­gelt, aber nun ha­be ich von ihm über das Amts­ge­richt ei­ne Be­treue­rin be­stellt be­kom­men, es ist ei­ne Rechts­an­wäl­tin. Die­se be­kommt auch all mei­ne Post, auch die pri­va­ten Brie­fe, und hält die­se zu­rück. So wer­de ich von mei­nen Freun­den ab­ge­schnit­ten und iso­liert. Was kann ich tun?

Der Auf­ga­ben­kreis ei­nes Be­treu­ers wird bei sei­ner Be­stel­lung be­stimmt, er­klärt Rechts­an­walt Mat­thi­as Zach­mann. Der Le­ser ha­be of­fen­bar nicht für den Fall ei­ner mög­li­chen Be­treu­ung vor­ge­sorgt. Das Be­treu­ungs­ge­richt muss dann ei­nen Be­treu­er aus­wäh­len, der ge­eig­net ist. Die Ent­schei­dung über den Fern­mel­de­ver­kehr des Be­treu­ten und über die Ent­ge­gen­nah­me, das Öff­nen und das An­hal­ten sei­ner Post wer­den vom Auf­ga­ben­kreis des Be­treu­ers nur dann er­fasst, wenn das Ge­richt dies aus­drück­lich an­ge­ord­net hat. Des­halb rät Zach­mann, der tz- Le­ser sol­le sich an das Be­treu­ungs­ge­richt wen­den und nach­fra­gen, ob die­se Auf­ga­ben der Be­treue­rin über­tra­gen wur­den. Das Be­treu­ungs­ge­richt führt üb­ri­gens die Auf­sicht über die Be­treu­er, kann Be­rich­te ein­for­dern und Wei­sun­gen er­tei­len. Zach­mann hält fest, dass es na­tür­lich nicht geht, dass die Be­treue­rin ih­ren Be­treu­ten von des­sen Freun­den und Be­kann­ten se­pa­riert: „Na­tür­lich muss die Be­treue­rin Ih­nen Ih­re Post wei­ter­lei­ten.“

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