Ros­wi­tha Schrei­ner: Er war un­be­stech­lich

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Sie war von 1986 bis 1998 sei­ne Toch­ter in der An­walt­se­rie Lieb­ling Kreuz­berg (ARD). Und et­was Vä­ter­li­ches hat­te Man­fred Krug auch für sei­ne heu­te 51-jäh­ri­ge Kol­le­gin, wie Ros­wi­tha Schrei­ner im tz- Ge­spräch ver­rät.

Frau Schrei­ner, wie war Ihr Ver­hält­nis zu Man­fred Krug?

Ros­wi­tha Schrei­ner: Er war ein Mensch, der ein star­kes Rück­grat hat­te. Ich ha­be vie­le Jah­re mit ihm ver­bracht und bin sehr trau­rig. Heu­te Abend wer­de ich ein Räu­cher­stäb­chen an­zün­den und mich von Man­fred ver­ab­schie­den.

Wie wür­den Sie ihn als Mensch be­schrei­ben?

Schrei­ner: Er war ex­tremst auf­rich­tig und un­be­stech­lich.

Konn­te er da­mit auch Men­schen ver­let­zen?

Schrei­ner: Be­stimmt, wenn je­mand mit die­ser Ehr­lich­keit nicht um­ge­hen konn­te. Doch ich fühl­te mich bei ihm im­mer sehr ge­bor­gen, er war un­glaub­lich kol­le­gi­al. Ich hat­te ja zu Be­ginn von Lieb­ling Kreuz­berg kei­ne Schau­spiel- Er­fah­rung, und er hat mir vie­le Tipps ge­ge­ben. So viel Mü­he gibt sich kei­ner am Set wie er. Er hat­te al­so nicht nur per Film­rol­le, son­dern auch als Kol­le­ge für mich et­was sehr Vä­ter­li­ches. Hat­te er Hu­mor? Schrei­ner: Ja – aber eben den Hu­mor ei­nes Un­kor­rum­pier­ba­ren. Ei­nes Men­schen, der im­mer Ab­stand zu sich selbst hat­te.

Braucht man Ab­stand als Schau­spie­ler?

Schrei­ner: Ja. Die­ser Ab­stand macht mei­ner Mei­nung nach den die­sen Un­ter­schied zwi­schen den Gro­ßen und Nicht-Gro­ßen aus. Man­fred konn­te sei­nen Zu­schau­ern die­ses po­si­ti­ve Ge­fühl mit­ge­ben: Er konn­te den Men­schen in sei­nen Rol­len, mit sei­ner Kunst Mut ma­chen, wenn es im Le­ben mal nicht so läuft. Er gab ih­nen das Ge­fühl: Er ist ei­ner von uns. Er ver­steht uns.

Man­fred Krug war am Set al­so nicht kom­pli­ziert?

Schrei­ner: Ob Sie’s glau­ben oder nicht: Es ging ihm im­mer um die Sa­che, nie um sich selbst. Das Pro­dukt war das Wich­tigs­te und sonst gar nichts.

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„Lieb­ling“-Kol­le­gin Schrei­ner

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