Vol­le Kon­trol­le

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Schosta­ko­witsch ist ja ei­gent­lich Chef­sa­che bei den Münch­ner Phil­har­mo­ni­kern. Doch Va­le­ry Ger­giev ließ für die Zehn­te den jun­gen Da­vid Afkham ran – und der weiß, was er will (Phil­har­mo­nie).

Mit fei­ner Schlag­tech­nik und prä­zi­ser Zei­chen­ge­bung setzt er auf vol­le Kon­trol­le. Selbst in den dras­ti­schen Aus­brü­chen do­siert Afkham den Ef­fekt, hält das Orches­ter in Ba­lan­ce. Im 2. Satz, der Ver­to­nung der grau­sa­men Frat­ze Sta­lins, ver­leiht die Prä­zi­si­on dem mar­tia­li­schen Höl­len­ritt erst sei­ne vol­le Ge­walt. Mehr noch als die aus­ge­zeich­ne­ten So­lis­ten be­ein­druckt das Orches­ter als von Afkham ge­form­ter ho­mo­ge­ner Ge­samt­kör­per, in­dem al­le auf­ein­an­der ach­ten und mit­ein­an­der at­men.

Span­nung baut Afkham schon im vor­an­ge­gan­ge­nen 1. Beet­ho­ven-Kla­vier­kon­zert auf. Lei­der nimmt So­list Ra­du Lu­pu die­se kaum auf. In der Ein­lei­tung zum 2. Satz et­wa nimmt sich Lu­pu al­le Zeit der Welt, das Thema in kon­tem­pla­ti­ver Ru­he zu ent­fal­ten. An­rüh­rend zart – doch im Fi­na­le agiert Lu­pu zu sehr auf Spar­flam­me. Um­so schö­ner, dass das Orches­ter und sein Gast­di­ri­gent auch hier nicht nach­lässt.

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