Mehr Leis­tung, we­ni­ger Sel­fies

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Sei­te 34 Es wird der Tag kom­men, an dem sich die Fans des Re­kord­meis­ters an die Ha­ken von Ar­jen Rob­ben er­in­nern und die Flü­gel­läu­fe von Franck Ri­bé­ry ver­mis­sen wer­den. Noch ist der Tag nicht da, er liegt noch in der Fer­ne, eins zu eins wer­den die­se bei­den Aus­nah­me­kön­ner aber so­wie­so nie zu er­set­zen sein. Nicht auf­grund ih­res Ta­l­ents am Ball, son­dern viel­mehr auf­grund ih­rer Be­deu­tung in der jüngs­ten Ge­schich­te des FCB, die ih­ren Hö­he­punkt im Tri­ple­jahr 2013 fand. Aber im Fuß­ball geht es ja be­kannt­lich „im­mer wei­ter“, wie Oli­ver Kahn wuss­te, und mit neu­en Zei­ten kom­men auch neue Ge­sich­ter. Ei­nes da­von wird Jos­hua Kim­mich sein, so viel steht jetzt schon fest. Ob Kings­ley Co­man, Re­na­to San­ches und Dou­glas Cos­ta eben­falls die Zu­kunft des FCB prä­gen wer­den, steht Stand heu­te noch in den Ster­nen. Zum ei­nen, weil sie (noch) jung sind, zum an­de­ren aber auch, weil sie (noch) nicht in der La­ge sind, dau­er­haft und kon­stant Top-Leis­tun­gen zu zei­gen. Wo­mit das zu tun hat? Das Al­ter spielt da na­tür­lich ei­ne Rol­le, auf der an­de­ren Sei­te aber auch die „Tänz­chen“, von de­nen Meh­met Scholl am Mitt­woch in der ARD sprach. Das soll nicht hei­ßen, dass Spie­ler Fin­ten und Tricks sein las­sen sol­len, ge­ra­de in jun­gen Jah­ren soll­te man aber mehr durch Leis­tung als mit Ha­ckentricks und Sel­fies über­zeu­gen. Das bes­te Ge­gen­bei­spiel: Jos­hua Kim­mich. Der Senk­recht­star­ter des FCB hät­te mo­men­tan al­len Grund zu „Tänz­chen“, der 21-Jäh­ri­ge setzt aber auch wei­ter­hin auf das, was ihn mitt­ler­wei­le zu ei­nem Uner­setz­li­chen beim FCB und DFB ge­macht hat: To­re, Vor­la­gen, Wil­le, Kampf­geist und Se­rio­si­tät. Be­reits in jun­gen Jah­ren ver­kör­pert Kim­mich all das, was man beim FCB als Mia san mia be­zeich­net und was Cos­ta, Co­man und San­ches erst noch ler­nen müs­sen. Dass man Spie­ler wie Kim­mich und Cos­ta al­lein schon auf­grund der Her­kunft nicht mit­ein­an­der ver­glei­chen kann, ver­steht sich von selbst. Auch Ri­bé­ry und Rob­ben sind an­ders zu be­wer­ten, da sie zu ei­ner Zeit nach Mün­chen ka­men, in der der Klub zwar groß, aber noch nicht so groß war wie heu­te. Und den­noch: Durch­ge­setzt ha­ben sich Kim­mich, Ri­bé­ry und Rob­ben nur we­gen ei­nem: ih­rer Leis­tung und Kon­stanz. Nur das macht sie zu Ge­sich­tern des FCB.

Von Jo­sé Car­los Men­zel López

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