„2016 ist nicht das El­fer-Jahr!“

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Wenn es an den Punkt geht, ist Mül­ler nicht mehr der Knül­ler. Gibt so­gar er of­fen zu. „2016 ist nicht das Jahr des Elf­me­ters“, so Tho­mas Mül­ler nach sei­nem El­fer-Pat­zer ge­gen den FCA, sein ach­ter ver­schos­se­ner Straf­stoß in gut drei Jah­ren. Und wei­ter: „Ich glau­be, jetzt lass ich es. Ich bin zu­fäl­lig in die Ro­ta­ti­on rein­ge­rutscht, weil Le­wy, Ar­jen und Ar­turo (Le­wan­dow­ski, Rob­ben und Vi­dal, d.Red.) nicht auf dem Platz stan­den. Das wurmt mich.“

Zu Recht. Denn bis vor gut ei­nem Jahr, am sieb­ten Spiel­tag der ver­gan­ge­nen Sai­son ge­gen Mainz, war al­les noch an­ders. Doch Mül­ler, Bay­erns El­fer­schüt­ze Num­mer eins, ver­schoss – und seit­dem hat der Mann aus Pähl die Seu­che am Schuh. Es folg­ten Fehl­schüs­se ge­gen Di­n­a­mo Zagreb, Bochum, in der Kö­nigs­klas­se ge­gen At­lé­ti­co Ma­drid, im EM-Vier­tel­fi­na­le ge­gen Ita­li­en und nun ge­gen den FCA. „Wir brau­chen jetzt auch nicht Elf­me­ter ana­ly­sie­ren, da gibt es nichts zu ana­ly­sie­ren, er war nicht drin“, so Mül­ler selbst­kri­tisch. „Des­we­gen war er ab­so­lut schlecht. Und des­we­gen wer­de ich mich in Zu­kunft auf den Fuß­ball kon­zen­trie­ren und mei­ne Kol­le­gen schie­ßen las­sen.“

Heißt: Die al­ten Be­kann­ten Le­wan­dow­ski, Rob­ben und Vi­dal dür­fen wie­der ran, denn al­lem An­schein nach will sich sonst nie­mand um das Amt des El­fer­voll­stre­ckers be­wer­ben – vor al­lem nicht hin­ten in der In­nen­ver­tei­di­gung des Re­kord­meis­ters. Mats Hum­mels klipp und klar: „Ich wer­de mich da nicht an­mel­den, das sol­len schon die Of­fen­si­ven un­ter sich aus­ma­chen.“Die Of­fen­si­ven bis auf Mül­ler. Ers­ter Pflicht­spiel­ein­satz der Sai­son, tz- No­te drei und ein Tor. Klingt nach ei­ner gu­ten Par­tie, in den Au­gen von Meh­met Scholl ist Ju­li­an Gre­en aber nach wie vor grün hin­ter den Oh­ren. „Wenn man, wie er, bei Bay­ern blei­ben will, dann muss man prä­sen­ter sein – so wie ein Kim­mich“, lau­te­te das Fa­zit des ARD-Ex­per­ten, der „au­ßer dem Tor nicht mit­ge­spielt“ha­be beim 3:1-Sieg des FCB über Augs­burg. Und Gre­en? War zu­frie­den, sehr so­gar. „Das Tor war sehr wich­tig“, mein­te der US-Boy. „Ich spie­le bei Bay­ern, seit ich 14 Jah­re alt bin, war hier im­mer im Sta­di­on, auch als Kind. Und jetzt hier mein ers­tes Tor zu er­zie­len, war ein Traum. Da­mals war Ma­k­aay als Stür­mer mein Vor­bild, der war eis­kalt vor der Kis­te.“So wie Gre­en in der 41. Mi­nu­te, als er ei­ne „gu­te Flan­ke von Tho­mas Mül­ler gut ge­trof­fen hat“, wie er be­schrieb.

Ob die Kis­te dem Dau­er­re­ser­vis­ten zu mehr Ein­satz­zeit ver­hilft? Gre­en: „Ich ge­be hier Gas, mehr kann ich nicht ma­chen. Dann hof­fe ich, dass ich in Zu­kunft mehr Spie­le ma­chen darf für die Na­tio­nal­mann­schaft, da­für wer­de ich hart ar­bei­ten.“Geht es nach Phil­ipp Lahm, hat der Ami im­mer­hin „ei­nen Schritt nach vor­ne ge­macht“. Ob ei­ner reicht? Scholl dürf­te sei­ne Zwei­fel ha­ben…

Fo­to: Eib­ner

Ju­li­an Gre­en: ein Schritt nach vor­ne

Wie­der nix: Mül­ler beim Elf­me­ter

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