Auch Evert ist jetzt Ker­ber-Fan

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Chris Evert (61) war ei­ne der größ­ten Ten­nis­spie­le­rin­nen al­ler Zei­ten, ge­wann 18 Grand-Slam-Ti­tel und war 260 Wo­chen die Num­mer eins der Welt. Bei den WTA-Fi­nals in Sin­ga­pur ist sie wie an­de­re Le­gen­den – u.a. Mar­ti­na Nav­ra­til­o­va – als Bot­schaf­te­rin ih­res Sports vor Ort – und dort ou­te­te sich die Ame­ri­ka­ne­rin als Fan von An­ge­li­que Ker­ber. „Sie be­ein­druckt mich. Zwei Grand-Slam-Tur­nie­re in ei­nem Jahr zu ge­win­nen, das hat ne­ben Se­re­na Wil­li­ams vie­le Jah­re nie­mand mehr ge­schafft“, sag­te Evert und lob­te die Ent­wick­lung: „An­gie agiert ag­gres­si­ver als in der Ver­gan­gen­heit und hat ihr Spiel auf ein an­de­res Le­vel gehoben. Men­tal ist sie stär­ker ge­wor­den und wirkt auch hier sehr fo­kus­siert.“

Das be­wies An­gie auch ges­tern. Der 6:3, 6:3-Er­folg ge­gen Ma­di­son Keys (USA/ Nr. 6) war der drit­te Sieg im drit­ten Vor­run­den­spiel. Zum ers­ten Mal steht die 28-Jäh­ri­ge im WM-Halb­fi­na­le, die letz­te Deut­sche, der das ge­lun­gen war, hieß St­ef­fi Graf…

„Ich bin sehr glück­lich, der ers­te Schritt ist ge­tan. Jetzt freue ich mich auf das Halb­fi­na­le am Sams­tag“, sag­te Grup­pen­sie­ge­rin Ker­ber bei der ARD und kün­dig­te an: „Ich bin vol­ler Selbst­ver­trau­en und wer­de wei­ter ver­su­chen, mein Spiel zu spie­len.“

Ein Ner­ven­spiel blieb der US-Open-Sie­ge­rin zum Ab­schluss der Vor­run­de er­spart. Ih­ren ers­ten und vor­zei­ti­gen Sprung ins Se­mi­fi­na­le der in­of­fi­zi­el­len WM hat­te zu­vor be­reits der 6:3, 7:6-Sieg von Do­mi­ni­ka Ci­bul­ko­va (Slo­wa­kei/Nr. 7) ge­gen die Ru­mä­nin Si­mo­na Halep (Nr. 3) be­sie­gelt. Nur ein Zwei­satz-Sieg von Halep ge­gen Ci­bul­ko­va und ei­ne an­schlie­ßen­de Zwei­satz-Nie­der­la­ge von Ker­ber ge­gen Keys hät­te die Kie­le­rin noch um den Halb­fi­nal-Ein­zug brin­gen kön­nen.

Ker­ber trifft am Sams­tag ent­we­der auf Ti­tel­ver­tei­di­ge­rin Agnies­z­ka Rad­wans­ka (Po­len/Nr. 2) oder Ka­ro­li­na Plis­ko­va (Tsche­chi­en/Nr. 4). Bei ih­ren vor­he­ri­gen drei Teil­nah­men am WTA-Fi­na­le war die Links­hän­de­rin be­reits nach der Vor­run­de aus­ge­schie­den.

In der Neu­auf­la­ge des olym­pi­schen Halb­fi­nals ge­gen Keys pro­fi­tier­te die Ri­oSil­ber­me­dail­len­ge­win­ne­rin zu­nächst auch

von den leich­ten Feh­lern der Ame­ri­ka­ne­rin. Be­zeich­nend, dass Keys den ers­ten Satz mit ih­rem 16. Un­forced Er­ror ab­gab. Ker­ber agier­te ge­wohnt so­li­de, hat­te aber Pro­ble­me mit ih­rem Auf­schlag. Im 79. Match der Sai­son ge­riet die Num­mer eins im zwei­ten Durch­gang mit 0:2 in Rück­stand. Doch im Sti­le ei­ner Bran­chen­füh­re­rin ge­wann Ker­ber die nächs­ten fünf Spie­le: „Ich ha­be gut re­tur­niert und mich gut be­wegt.“

Für Ju­lia Gör­ges (Bad Ol­des­loe) ist die WM da­ge­gen be­en­det. Sie ver­lor mit ih­rer tsche­chi­schen Part­ne­rin Ka­ro­li­na Plis­ko­va das Auf­takt­match ge­gen die top­ge­setz­ten Caroline Gar­cia/Kris­ti­na Mla­de­no­vic (Frank­reich) mit 4:6, 2:6. Gör­ges zog trotz­dem ein po­si­ti­ves Sai­son­fa­zit: „Das war ein gu­ter Ab­schluss.“

Tref­fen der Ido­le in Sin­ga­pur (v. li.): Evert, Nav­ra­til­o­va, Pier­ce, Se­les, Ma­jo­li, San­che­zVi­ca­rio

Fo­tos: Reu­ters, Get­ty

Ker­ber-Faust: An­gie steht erst­mals im WM-Halb­fi­na­le

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