Mer­kels Prä­si­den­ten-Pro­blem

tz - - POLITIK -

An­ge­la Mer­kel hat ein Bun­des­prä­si­den­ten-Pro­blem: Horst Köh­ler schmiss über­ra­schend hin, Chris­ti­an Wul­ff sieg­te erst im drit­ten Wahl­gang ge­gen den da­ma­li­gen rot-grü­nen Kan­di­da­ten Joa­chim Gauck – und muss­te spä­ter zu­rück­tre­ten. Dann war die CDU-Che­fin ge­zwun­gen, aus­ge­rech­net den Kan­di­da­ten zu un­ter­stüt­zen, den sie vor­her ver­hin­dern woll­te: Gauck. Nun droht die Su­che nach des­sen Nach­fol­ger zu ei­nem neu­en Mer­kel-Prä­si­den­ten­de­sas­ter zu wer­den: Nor­bert Lam­mert, ihr Fa­vo­rit, gab ihr ei­nen Korb. Gleich­zei­tig stei­gen die Chan­cen für den von SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el ins Spiel ge­brach­ten Frank-Wal­ter St­ein­mei­er: FDP-Vi­ze Wolf­gang Ku­bi­cki si­gna­li­sier­te eben­so wie Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch, dass er den Au­ßen­mi­nis­ter im drit­ten Wahl­gang ei­ner Kampf­ab­stim­mung ge­gen ei­nen Uni­ons-Kan­di- da­ten Wolf­gang Schäu­b­le wäh­len wür­de. Mer­kel muss ei­nen Kan­di­da­ten aus dem Hut zau­bern, der – wie Deutsch­lands be­lieb­tes­ter Po­li­ti­ker St­ein­mei­er – auch jen­seits der ei­ge­nen Par­tei über­zeugt. Nur wen? Aber auch wenn es Mer­kel er­neut nicht ge­lin­gen soll­te, oh­ne Bles­su­ren aus der Prä­si­den­ten-Kür her­aus­zu­kom­men: Ei­ne Vor­ent­schei­dung über die Ko­ali­ti­on nach der Bun­des­tags­wahl liegt da­rin nicht. Denn die Mehr­heits­ver­hält­nis­se sind heu­te so un­klar, dass ei­ne Vor­ab-Fest­le­gung auf Schwarz-Grün oder Rot-Rot-Grün ein from­mer Wunsch bleibt. Sie­ben ver­schie­de­ne Farb­kom­bi­na­tio­nen re­gie­ren in den Bun­des­län­dern – we­ni­ger Bünd­nis­se aus Lei­den­schaft, als der ma­the­ma­ti­schen Not ent­sprun­gen. Klaus Rim­pel

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.