Wir dach­ten an Pa­ris und spiel­ten

tz - - MÜNCHEN+REGION -

Als Ar­nold Ried­ham­mer (69) um 20.15 Uhr auf die Büh­ne tritt, denkt er an Pa­ris. Schreie, Schüs­se, Pa­nik. All die To­ten im Kon­zert­saal Bataclan, wo Ter­ro­ris­ten an ei­nem ein­zi­gen Abend 89 Men­schen er­mor­de­ten. Ried­ham­mer setzt sich an sein Schlag­zeug und scannt den Zu­schau­er­saal. Sieht je­mand so aus, als könn­te er in den fol­gen­den 90 Mi­nu­ten ein Blu­tbad an­rich­ten? Ried­ham­mer hält für ei­nen Mo­ment die Luft an, dann legt er los. Sei­ne Hän­de sind ganz ru­hig.

Im Her­ku­les­saal der Re­si­denz sit­zen 900 Men­schen, um die Band zu se­hen. Ried­ham­mer und sei­ne zehn Mu­si­ker-Kol­le­gen ha­ben lan­ge dis­ku­tiert, ob sie das Kon­zert ge­ben sol­len, ob sie spie­len kön­nen.

Drau­ßen sol­len Schüs­se fal­len, heißt es. Po­li­zis­ten ha­ben die Re­si­denz ab­ge­rie­gelt. Nie­mand kommt rein, nie­mand raus. Di­ri­gent Bob Ross hält ei­ne An­spra­che: „Wir ha­ben be­schlos­sen, dass wir uns dem Ter­ror nicht beu­gen. Nach Hau­se kann im Mo­ment eh’ kei­ner. Wir spie­len das Kon­zert jetzt.“Mi­nu­ten­lan­ger Ap­plaus. Nach ein­ein­halb St­un­den Kon­zert gibt die Band drei Zu­ga­ben.

Ar­nold Ried­ham­mer und die Blech­scha­den-Band spiel­ten

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