Schmuck­stü­cke für Ver­stor­be­ne

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Flo­ri­an Sche­ung­ra­ber weiß Be­scheid. Über das Le­ben. Über das Ster­ben. Über den Tod. Seit Jah­ren führt er Be­su­cher über den Al­ten Süd­li­chen Fried­hof, den er kennt wie sei­ne Wes­ten­ta­sche. Denn hier lie­gen nicht nur gro­ße Münch­ner Na­men be­er­digt, son­dern es gibt auch präch­ti­ge Grä­ber zu se­hen – die Schmuck­stü­cke der Ver­stor­be­nen.

Die letz­te Ru­he­stät­te der Fa­mi­lie Pschorr et­wa: mehr als zwei Me­ter hoch über­ein­an­der­ge­schach­telt. Im herbst­li­chen Glanz wirkt der Gr­ab­stein be­son­ders edel. Oder Leo von Klen­ze, der be­rühm­te HofAr­chi­tekt von Kö­nig Lud­wig I. Sein Gr­ab­stein fin­det sich ne­ben dem Ein­gang des La­pi­da­ri­ums: me­ter­hoch, ver­ziert und frisch ge­schmückt. Mit ei­ner Büs­te, die auf ei­ner Säu­le steht.

Nur be­son­de­ren Bür­gern der Stadt wird post­hum so viel Eh­re zu­teil. Gleich da­ne­ben: Fried­rich von Gärt­ner, ne­ben Klen­ze der zwei­te be­deu­ten­de Bau­meis­ter Lud­wig I. am Al­ten Süd­li­chen Fried­hof wird er mit ei­nem drei­stö­cki­gen Gr­ab geehrt. In der Stadt ist der Gärt­ner­platz nach ihm be­nannt.

Eher schlicht da­ge­gen das Gr­ab des Ma­lers Carl Spitz­weg: Ge­bo­ren am 5. Fe­bru­ar 1808 in Un­ter­pfaf­fen­ho­fen, ge­stor­ben am 23. Sep­tem­ber 1885 in München. Er lie­fer­te im Lau­fe sei­nes Le­bens 1500 Bil­der. Hu­mor­voll und trau­rig in ei­nem – auf je­den Fall wun­der­bar. Ein fla­schen­för­mi­ger Stein er­in­nert an ihn. Hell­grau. Manns­hoch. Ein Schmuck­stück für den Un­ver­stan­de­nen.

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