Erd­be­ben­ri­si­ko in Eu­ro­pa

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Es grenzt an ein Wun­der, dass es dies­mal kei­ne To­ten zu be­kla­gen gab! Mit ei­ner Stär­ke von 6,6 ist das er­neu­te Erd­be­ben in Ita­li­en das stärks­te des Lan­des seit 1980. Vie­le Men­schen in der Pro­vinz Peru­gia schlie­fen noch oder sa­ßen beim Früh­stück, als ge­gen 7.40 Uhr am Sonn­tag die Er­de zu be­ben be­gann. Das Epi­zen­trum lag dies­mal sechs Ki­lo­me­ter nörd­lich von Nor­cia. Die star­ken Er­schüt­te­run­gen wa­ren so­gar noch in Rom, Ve­ne­dig und Flo­renz zu spü­ren.

Die Bil­der aus der be­trof­fe­nen Re­gi­on zeu­gen von un­ge­ahn­ter Zer­stö­rungs­kraft: Das Ört­chen Nor­cia, vom Erd­stoß letz­te Wo­che noch ver­schont, gleicht nun ei­nem Trüm­mer­feld. Zer­stört wur­den nicht nur et­li­che Häu­ser, auch die Be­ne­dikts-Ba­si­li­ka aus dem 14. Jahr­hun­dert ist nur noch Rui­ne. Vor der Sta­tue des hei­li­gen Be­ne­dikts, dem das Got­tes­haus ge­wid­met war, knie­ten die Men­schen zum Ge­bet.

Auch die Städ­te Cas­tel­s­ant­an­ge­lo, Pre­ci und Vis­so wur­den heim­ge­sucht. Vie­le Ein­woh­ner wa­ren aber nach der letz­ten Be­ben­wel­le noch nicht wie­der heim­ge­kehrt. Der Bür­ger­meis­ter des Berg­dor­fes Us­si­ta, Mar­co Ri­nal­di, be­schrieb das Sze­na­rio: „Al­les ist zu­sam­men­ge­bro­chen. Ich ha­be ge­se­hen, wie sich die Höl­le auf­tat.“

Ita­li­ens Re­gie­rungs­schef Mat­teo Ren­zi bat die Men­schen, nicht zu re­si­gnie­ren. Er ver­sprach: „Wir wer­den al­les wie­der­auf­bau­en: die Häu­ser, die Kir­chen, die Ge­schäf­te.“Am Mon­tag soll­te es da­zu ei­ne Son­der­sit­zung des Ka­bi­netts ge­ben.

Der­zeit ist Ita­li­en hef­tig ge­beu­telt: Bei ei­nem Erd­be­ben am 24. Au­gust na­he Ama­tri­ce wa­ren fast 300 Men­schen ge­stor­ben. Dort stürz­te nun ein Kirch­turm ein. „Die Men­schen sind in Pa­nik“, so der Bür­ger­meis­ter des Städt­chens. „Wir ver­su­chen, die Men­schen zu be­ru­hi­gen.“Nur wie? Die Ge­fahr für die Re­gi­on sei nicht ge­bannt, sag­te der Seis­mo­lo­ge Fre­de­rik Til­mann vom Deut­schen Geo­for­schungs­in­sti­tut in Pots­dam: „Es wird auf je­den Fall zu Nach­be­ben kom­men.“Auch die Wahr­schein­lich­keit ei­nes star­ken Be­bens sei der­zeit sehr viel hö­her als im lang­fris­ti­gen Mit­tel. „Es ist si­cher wei­se, noch ei­ne Wei­le weg­zu­blei­ben für die, die das kön­nen.“

F.: dpa, rts, afp

Wie­der traf es Ama­tri­ce: Die Kir­che ist kom­plett zer­stört

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