Die mo­der­nen Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten

tz - - REPORT -

In München wird fast je­der Schlag­an­fall­pa­ti­ent, der ei­ne Kli­nik er­reicht, in ei­ner so­ge­nann­ten Stroke Unit ver­sorgt. Die­se Spe­zi­al­sta­tio­nen gibt es an sechs ver­schie­de­nen Kli­ni­ken im ge­sam­ten Stadt­ge­biet. Bei der Be­hand­lung von ischä­mi­schen Schlag­an­fäl­len ge­hört die Ly­se-The­ra­pie zum Stan­dard. Da­bei er­hält der Pa­ti­ent blut­ver­dün­nen­de Infu­sio­nen – so­fern er nicht be­reits blut­ver­dün­nen­de Me­di­ka­men­te wie Mar­cu­mar oder mo­der­ne Nach­fol­ge­prä­pa­ra­te wie Xar­el­to, Pra­da­xa, Eli­quis oder Li­xia­na ein­nimmt. „Die Ly­se-The­ra­pie ist al­ler­dings nur bis ma­xi­mal vier­ein­halb St­un­den nach dem Schlag­an­fall mög­lich. Da­nach wird die Chan­ce, Hirn­ge­we­be zu ret­ten, sehr ge­ring – und gleich­zei­tig das Ri­si­ko ei­ner Blu­tung zu groß“, er­klärt Dr. Wun­der­lich.

Dar­über hin­aus setz­ten die Schlag­an­fall-Spe­zia­lis­ten seit we­ni­gen Jah­ren ein mecha­ni­sches Ver­fah­ren zur Be­sei­ti­gung von Blut­ge­rinn­seln ein, die so­ge­nann­te Throm­bek­to­mie. Da­bei wird ein Ka­the­terschlauch durch die Leis­te bis ins Ge­hirn ge­scho­ben. An des­sen Spit­ze be­fin­det sich ein Sten­tRe­trie­ver – ei­ne Art ent­falt­ba­res Draht­körb­chen, mit dem sich das Blut­ge­rinn­sel um­schlie­ßen und aus dem Kör­per trans­por­tie­ren lässt.

„Gleich meh­re­re ak­tu­el­le Stu­di­en be­le­gen den gro­ßen Nut­zen die­ses Ver­fah­rens. Die Chan­ce, dass der Pa­ti­ent ei­nen Schlag­an­fall mit ge­rin­gen oder gar kei­nen neu­ro­lo­gi­schen Aus­fäl­len über­lebt, ist bei ei­ner Throm­bek­to­mie zwei­ein­halb Mal so hoch wie bei ei­ner Ly­se-The­ra­pie“, sagt Dr. Wun­der­lich. Al­ler­dings gibt es ei­ne Ein­schrän­kung: Der Stent-Re­trie­ver kann der­zeit nur bei Ver­schlüs­sen grö­ße­rer Ge­fä­ße ein­ge­setzt wer­den. Sie lie­gen aber le­dig­lich bei et­wa zehn Pro­zent al­ler ischä­mi­schen Schlag­an­fäl­le vor.

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