Ka­ties pu­re Ma­gie

tz - - KULTUR + TV - ZORAN GOJIC

„Mit ei­ner Ex­plo­si­on be­gin­nen und sich dann ganz lang­sam stei­gern“. Das war Sa­mu­el Ful­lers Re­zept für ei­nen gu­ten Film. Ka­tie Me­lua hat das ein­fach für ih­ren Tour­auf­takt in der fast aus­ver­kauf­ten Münch­ner Phil­har­mo­nie über­tra­gen. Erst mal schickt sie den 23-köp­fi­gen Frau­en­chor Go­ri Wo­mans Choir aus ih­rem Ge­burts­land Ge­or­gi­en auf die Büh­ne, dann ge­sellt sich ganz in Weiß Me­lua da­zu und stimmt ein: auf Rus­sisch, ver­hal­ten, wun­der­schön. Mit dem kom­plett vor­ge­tra­ge­nen neu­en Al­bum „In Win­ter“zeigt der ehe­ma­li­ge Jung­star, dass er an­ge­kom­men ist. Bei sich, sei­ner Be­stim­mung, der ei­ge­nen Mu­sik. Me­lua singt mit spür­ba­rem Herz­blut neue, auf­re­gen­de Stü­cke, die sie ge­mein­sam mit dem Chor ein­ge­spielt hat, ver­zich­tet da­bei mit­un­ter so­gar auf klas­si­sche Song­struk­tu­ren. Und, was soll man sa­gen – es ist pu­re Ma­gie, Me­luas ak­zen­tu­ier­ter, glas­kla­rer Ge­sang ent­fal­tet sei­nen Zau­ber. Sie selbst spielt akus­ti­sche Gi­tar­re, ein Bas­sist und ein Key­boar­der be­glei­ten, wäh­rend der Chor fas­zi­nie­rend prä­zi­se und oh­ne je­de Kraft­meie­rei Klang­wel­ten er­schafft, die man bei ei­nem Pop­kon­zert nicht zwangs­läu­fig ver­mu­ten wür­de. Nach der Pau­se macht Me­lua aus ei­nem phan­tas­ti­schen Auf­tritt ei­nen Tri­umph­zug. Spä­tes­tens bei den Co­ver­ver­sio­nen von Si­mon & Gar­fun­kels Bridge over trou­bled Wa­ter und Blacks Won­der­ful Li­fe ist das Pu­bli­kum re­gel­recht in Tran­ce. To­sen­der Ap­plaus.

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