So spä­hen uns Ein­bre­cher aus

Ten­gel­mann: Zit­tern geht wei­ter

tz - - TENGELMANN: ZITTERN GEHT WEITER - J. HEININGER

Die 15 000 Mit­ar­bei­ter der ver­lust­rei­chen Su­per­markt­ket­te Kai­ser’s Ten­gel­mann kön­nen erst mal auf­at­men: Nach der Sch­lich­tung am Mon­tag, bei der sich die Un­ter­neh­men Ten­gel­mann, Rewe und Ede­ka auf ei­nen In­ter­es­sens­aus­gleich ge­ei­nigt ha­ben, ste­hen die Chan­cen bes­ser, dass mög­lichst vie­le Jobs ge­ret­tet wer­den kön­nen. Über die Ei­ni­gung wur­de Still­schwei­gen ver­ein­bart. Aber laut dpa-In­for­ma­tio­nen sol­len die Märk­te in Bay­ern zu Ede­ka kom­men. Die Fi­lia­len in Ber­lin ge­hen an Rewe, un­klar ist, wer die Lä­den in Nord­rhein-West­fa­len be­kommt. Bis zum 11. No­vem­ber soll Rewe sei­ne Kla­ge ge­gen den Ver­kauf von Ten­gel­mann an Ede­ka zu­rück­zie- hen. Das Bun­des­kar­tell­amt muss der Über­nah­me eben­falls zu­stim­men. DGB-Chef Rei­ner Hoff­mann sag­te, er blei­be bei dem gan­zen Hin und Her skep­tisch. Auch der Ber­li­ner Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de von Kai­ser’s Ten­gel­mann, Vol­ker Boh­ne, er­klär­te, er se­he noch vie­le Stol­per­stei­ne. De­tails sei­en noch nicht be­kannt.

Noch vor ei­ner Wo­che be­ton­te Po­li­zei­vi­ze­prä­si­dent Wer­ner Fei­ler, wie wich­tig Hin­wei­se aus der Be­völ­ke­rung sei­en, wenn es um das Ver­hin­dern von Ein­brü­chen geht. Nur we­ni­ge Ta­ge zu­vor hät­te die Po­li­zei ei­nen sol­chen Ein­bruch im Le­hel mög­li­cher­wei­se im Keim er­sti­cken kön­nen. Denn An­woh­ner Mar­kus W. (30) hat­te an ei­ner Haus­wand mut­maß­li­che Ge­heim­bot­schaf­ten der Ga­no­ven ent­deckt und den Be­am­ten ge­mel­det. Zwei Ta­ge spä­ter schlu­gen die Tä­ter zu. Und W. ist von der Re­ak­ti­on der Be­am­ten ent­täuscht …

„Die Po­li­zei hat uns im Stich ge­las­sen“, sagt er noch im­mer fas­sungs­los. Es ist Frei­tag, der 21. Ok­to­ber – da ent­deckt der Un­ter­neh­mer die Gau­ner­zin­ken (sie­he Kas­ten) an der Fas­sa­de des Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses, in dem er wohnt. Die Zei­chen sind mit grü­ner Krei­de an die Wand ge­schmiert (mitt­ler­wei­le wie­der ab­ge­wa­schen). W. in­for­miert die Po­li­zei­in­spek­ti­on 14 in der Beet­ho­ven­stra­ße und be­rich­tet ei­nem Be­am­ten von sei­nem Ver­dacht. „Ei­ne St­un­de spä­ter be­kam ich als Ant­wort, dass man die Zei­chen nicht über­be­wer­ten dür­fe. Rich­ti­ge Ein­bre­cher wür­den mit an­de­ren Me­tho­den vor­ge­hen …“

Die Zei­chen an der Wand: Das war ein Drei­eck, der Groß­buch­sta­be „D“und da­zwi­schen ein Gleich­zei­chen. Mar­kus W. hat sich in­for­miert. „Das Drei­eck steht für ei­ne al­lein­ste­hen­de Frau, das gro­ße „D“even­tu­ell für ei­ne Woh­nung im Dach­ge­schoss. Das wä­re die Woh­nung von mei­ner Freun­din und mir ge­we­sen. Ich bin viel un­ter­wegs. Vi­el­leicht ha­ben sie des­halb ver­mu­tet, dass mei­ne Part­ne­rin al­lei­ne lebt …“

Zu­ge­schla­gen ha­ben die Tä­ter dann tat­säch­lich in dem zu­vor mar­kier­ten Mehr­fa­mi­li­en­haus im Le­hel – al­ler­dings nicht im Dach­ge­schoss, son­dern im Par­terre. Die Be­woh­ner, ein In­vest­ment­ban­ker und sei­ne Le­bens­ge­fähr­tin, ha­ben al­les ver­lo­ren. „Bei uns gibt es nichts mehr zu ho­len“, sa­gen die Op­fer zur tz. „Es ist al­les weg.“Ob die Zei­chen mit dem Ein­bruch zu­sam­men­hän­gen, kön­nen sie nur ver­mu­ten. Bei­de sa­gen: „Uns sind sie lei­der nicht auf­ge­fal­len.“

Die Woh­nung des Paa­res war of­fen­bar das leich­te­re Ziel im Haus. Über die Ter­ras­sen­tü­re ge­lang­ten die Tä­ter hin­ein und rich­te­ten enor­men Scha- den an. Ei­ne ge­naue Sum­me wird nicht ge­nannt. Der Ein­bruch hat zwi­schen Sonn­tag, 23. Ok­to­ber, und dem dar­auf­fol­gen­den Di­ens­tag statt­ge­fun­den.

Von der Po­li­zei hieß es bis ges­tern Nach­mit­tag: „Die Er­mitt­lun­gen un­se­rer Fach­dienst­stel­le dau­ern in die­sem Fall noch an. “

Und Mar­kus W. ist ver­är­gert …

F.: Jantz

Un­ter­neh­mer Mar­kus W. zeigt die Stel­le, an der die Zei­chen (Kreis) stan­den

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