Ein Plä­doy­er ge­gen die Ewig­gest­ri­gen

tz - - MENSCHEN - IN­TER­VIEW: DIE­TER OSSWALD

cus Me­di- Ely- M’Barek:

M’Barek: Bis­lang wa­ren Sie bei die­sem The­ma eher zu­rück­hal­tend ... M’Barek:

Wel­che Er­fah­run­gen ha­ben Sie mit ab­schät­zi­gen Kom­men­ta­ren oder Frem­den­feind­lich­keit ge­macht? M’Barek: Das ha­be ich in mei­ner Ju­gend häu­fig er­lebt. Und lei­der ge­wöhnt man sich an sol­che Din­ge. Auf Grund mei­ner Pro­mi­nenz sind sol­che Vor­fäl­le mitt­ler­wei­le zwar we­ni­ger ge­wor­den, aber das pas­siert auch heu­te noch. Mir tut es für die Leu­te leid, die nicht den Bo­nus ei­nes Pro­mis ha­ben – und die eben auch ger­ne als deut­scher Teil der Ge­mein­schaft wahr­ge­nom­men wer­den möch­ten. Es ist scha­de, dass es die­se Ewig­gest­ri­gen gibt, die nicht da­mit klar­kom­men, dass die­ses Land sich ver­än­dert hat und es nicht mehr so aus­sieht wie zu Be­ginn des letz­ten Jahr­hun­derts.

Was fin­den Sie an der Sto­ry so gran­di­os?

M’Barek: Der Film macht es sich nicht ein­fach. Er be­trach­tet vie­le Fra­gen, die man sich ak­tu­ell in Deutsch­land stellt. Mit den Vor­ur­tei­len, mit de­nen sich Flücht­lin­ge kon­fron­tiert se­hen, wird in die­ser Ko­mö­die auf­ge­räumt. Gleich­wohl wird das Pu­bli­kum nicht be­vor­mun­det. Will­kom­men bei den Hart­manns hat ei­ne Hal­tung, und zugleich be­sitzt der Film ei­ne schö­ne Leich­tig­keit, die un­ter­halt­sam ist und be­rührt. Für mich ist das ei­ne sehr klu­ge Ko­mö­die.

In den USA avan­ciert das me­xi­ka­ni­sche Re­make von „Fack Ju Göh­te“ge­ra­de zum Kas­sen­schla­ger – ha­ben Sie „No Man­ches Fri­da“und Ih­ren La­ti­no-Dop­pel­gän­ger schon ge­se­hen?

M’Barek: Nein, ich ken­ne ja un­se­ren Film schon und kann mir die iden­ti­sche Ko­pie auf Me­xi­ka­nisch spa­ren. (Lacht) Wenn über­haupt, darf sich un­ser Au­tor und Re­gis­seur Bo­ra Dag­te­kin ge­ehrt füh­len, dass in ei­nem ganz an­de­ren Teil der Welt über sei­ne Po­in­ten so ge­lacht wird wie bei uns.

Wann kann man bei uns über ei­nen drit­ten Teil von „Fack Ju Göh­te“la­chen?

M’Barek: Da­zu kann ich zur jet­zi­gen Zeit noch nichts sa­gen. Es wird im Hin­ter­grund in­ten­siv an ei­nem neu­en Film ge­ar­bei­tet – aber spruchreif ist da noch nichts.

Fo­tos: Ba­b­i­rad, Gno­ni

Links – die gan­ze Fa­mi­lie Hart­mann: Elyas M’Barek als Tarek (v. li.), Eric Kabon­go als Di­al­lo, Ma­ri­nus Hoh­mann als Bas­ti, Ul­ri­ke Krie­ner als Heike, Pa­li­na Ro­jin­ski als So­phie (Mi.), Hei­ner Lau­ter­bach als Richard (3. v. re.), Flo­ri­an Da­vid Fitz als Phil­ipp (2. v. re.) und Sen­ta Ber­ger als An­ge­li­ka in ei­ner Film­sze­ne Frau­en­schwarm mit sei­ner Lie­be: Elyas mit Freun­din Ju­lia beim Film­ball

Fo­tos: Warner Bros/dpa

Elyas M’Barek spielt Tarek – hier in Film­sze­nen mit Pa­li­na Ro­jin­ski als So­phie und Eric Kabon­go als Di­al­lo

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.