Mein Idol ist Mick Jag­ger!

tz - - KULTUR + TV - C. HORSTEN

Ein Wort zum Ti­tel­song? Jon Bon Jo­vi: Ich le­be ihn. Es geht um mein Herz, mei­ne See­le, mit je­der Zei­le haue ich mir auf die Brust, denn es geht um die In­te­gri­tät der Band, nach­dem sie am En­de der letz­ten Tour in­fra­ge ge­stellt wur­de. Nur weil un­ser Gi­tar­rist Ri­chie Sam­bo­ra nicht mehr zur Ar­beit ge­kom­men ist, wer­de ich mir nicht un­se­ren jahr­zehn­te­lan­gen Er­folg ka­putt­re­den las­sen. So sehr wir den Typ auch ver­mis­sen, las­sen wir es uns da­von nicht ka­putt­ma­chen, das wä­re nicht fair.

Wie hal­ten Sie Schritt mit der heu­ti­gen Mu­sik­in­dus­trie?

Bon Jo­vi: Ich kon­su­mie­re Mu­sik nicht mehr so wie frü­her und auch nicht mehr so oft. Nut­ze ich Strea­m­ing-Di­ens­te? Hm. Ja, im Som­mer hat­ten wir da was lau­fen, aber ich ha­be kei­nen abon­niert. Es ist ei­ne kom­plett an­de­re Welt. Mir ist nur wich­tig, dass sie die Kunst­for­men er­hal­ten – Mu­sik, Fil­me, bil­den­de Kunst, Bü­cher, das hängt al­les von­ein­an­der ab. Wenn das wei­ter aus­ge­höhlt wird, wird un­ser Pla­net ver­dum­men. Heut­zu­ta­ge sa­gen Kin­der, wenn man sie nach ih­ren Be­rufs­wün­schen fragt, dass sie be­rühmt wer­den wol­len – das ist kein Be­ruf! So ist das ge­schaf­fen wor­den, und ich ma­che da­für die Mu­sik­in­dus­trie, die Film­in­dus­trie und die Po­li­tik ver­ant­wort­lich, die die Küns­te aus den Schu­len ge­nom­men ha­ben. Hö­ren Ih­re Kin­der Bon Jo­vi? Bon Jo­vi: Sie ken­nen mei­ne Mu­sik, klar. Ob sie aber von den ers­ten Al­ben al­le Songs ken­nen, be­zweif­le ich.

Nächs­tes Jahr wer­den Sie 55. Den­ken Sie ans Auf­hö­ren, oder sind Sie eher der Sto­nes-Typ?

Bon Jo­vi: Ich kann mir kei­ne Frist set­zen, weil ich noch stolz ge­nug bin. Die­se Plat­te be­deu­tet mir viel, al­so will ich sie wie ei­nen Or­den an der Brust tra­gen. Doch der Ge­dan­ke dar­an, das 90. Kon­zert ei­ner Tour zu spie­len, in­ter­es­siert mich über­haupt nicht. Aber wenn ich ge­sund ge­nug bin, es auf die Art und Wei­se zu ma­chen, dann wer­den wir wie­der raus­ge­hen. Nur nicht so lang. Hoch le­be Mick Jag­ger, er war für mich im­mer die Mess­lat­te, auf der Büh­ne ist er mein Held, der Bes­te vom Bes­ten. Wenn er auf­hö­ren wür­de, wüss­te ich zu­min­dest, wo un­ge­fähr die End­zo­ne ist, aber er legt sich ja ein­fach nicht hin! Al­so müs­sen wir al­le – Neil Young, Ro­ger Wa­ters, Bo­no, Bru­ce Springs­teen – im­mer wei­ter Jag­ger die Stra­ße run­ter­ja­gen.

„Ich las­se mir den Er­folg nicht ka­putt­re­den.“Bon Jo­vi über die Zeit nach Ri­chie Sam­bo­ra

Bon Jo­vi ver­öf­fent­li­chen ihr 14. Stu­dio-Al­bum Jon Bon Jo­vi

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