Was bringt der Tod?

tz - - BUNT GEMISCHT -

Ich war übers Wo­che­n­en­de in Ita­li­en. Da wohnt ein Teil mei­ner Fa­mi­lie. Als wir durch ein Dorf in der Nä­he ge­fah­ren sind, war die gan­ze Stra­ße zu­ge­parkt, ob­wohl dort nicht vie­le Men­schen woh­nen. Dann ha­ben wir ge­se­hen, dass am Fried­hof ei­ne Be­er­di­gung ist. Die Leu­te sind bis auf die Stra­ße raus ge­stan­den. Ich ha­be dar­an ge­dacht, dass Freun­de von uns in Mün­chen ge­sagt ha­ben, dass sie ein­ge­äschert oder so­gar an­onym be­gra­ben wer­den wol­len. Ich ha­be auch dar­an ge­dacht, dass, wenn wir ans Gr­ab von der Oma mei­nes Freun­des kom­men, da oft nicht mal Blu­men lie­gen. Wie wird das bei uns ein­mal? an­onyM Trau­er und Ge­den­ken sind See­len­trös­ter und Hoff­nungs­trä­ger zugleich – das schrei­ben die Ex­per­ten in ei­ner Zu­kunfts­bro­schü­re von Städ­ten und Ge­mein­den. Ich ha­be dort aber auch von mul­ti­me­dia­len Fried­hö­fen ge­le­sen und über Fried­hö­fe als „Or­te der Be­sin­nung“und Park. Da­zu passt, dass am Wald­fried­hof ge­ra­de ein Künst­ler­fried­hof ent­steht. Ei­ne gro­ße Be­er­di­gung, ei­ne „schö­ne Leich“, aber gibt’s bei uns in der Stadt ja lei­der im­mer sel­te­ner. Auch wenn’s je­der ein­zel­ne ver­dient hät­te. Am wich­tigs­ten ist aber doch das Ei­ne: dass nie­mand ver­ges­sen wird ...

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