Ganz na­he am Vul­kan ge­baut

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Sei­te 32 Se­bas­ti­an Vet­tel spal­tet die For­mel-1-En­thu­si­as­ten. Die wis­sen nach sei­nem Auf­tre­ten beim GP von Me­xi­ko nichts mit ihm an­zu­fan­gen. Für die ei­nen, be­son­ders die Pol­pu­lis­ten, ist er nur ein Wü­te­rich, der nicht ver­lie­ren kann. Für die an­de­ren (we­ni­gen), ist er ein Kämp­fer, der nie auf­gibt und des­halb mit Au­to und Wor­ten im­mer ans Li­mit geht, manch­mal auch drü­ber. Fa­zit: Über den Se­bas­ti­an Vet­tel des Jah­res 2016 strei­ten sich die (Klein-)Geis­ter. Auch am Wo­che­n­en­de in Me­xi­ko sorg­te der Fer­ra­ri-Star für Dis­kus­sio­nen. Er fuhr er mit dem Mes­ser zwi­schen den Zäh­nen, um für Fer­ra­ri den drit­ten Platz zu er­obern. Er leg­te sich mit Ver­stap­pen an, mit Ric­ci­ar­do, mit Renn­lei­ter Char­lie Whi­t­ing, ei­gent­lich mit der gan­zen For­mel 1. Erst be­schimpf­te er McLa­ren-Pi­lot Fer­nan­do Alon­so als „Idi­ot“, nach­dem der Spa­nier ihn im frei­en Trai­ning blo­ckiert hat­te. Im Ren­nen ließ er Renn­di­rek­tor Char­lie Whi­t­ing aus­rich­ten „Fuck off!“, weil der Bri­te Red-Bull-Star Max Ver­stap­pen nicht gleich fürs Ab­kür­zen im Zwei­kampf mit dem Hep­pen­hei­mer be­straft hat­te. Alon­so und Ver­stap­pen be­zeich­ne­ten Vet­tel über­ein­stim­mend als „frus­triert“. Ver­stap­pen riet ihm so­gar „zu­rück in die Schu­le zu ge­hen und an sei­ner Sprach­kom­pe­tenz zu ar­bei­ten.“Al­lein: Dass der auf­stre­ben­de Ver­stap­pen ge­gen sei­nen Ri­va­len schießt, ist klar. Bei Al­pha­tie­ren sind im­mer die an­de­ren schuld. Und dass ein Fer­nan­do Alon­so sich ins Fäust­chen lacht, wenn Vet­tel wie er selbst mit Fer­ra­ri hin­ter­her­fährt, ist lo­gisch. Ge­ra­de Alon­so muss es ja wis­sen, wie es ist, wenn man für Fer­ra­ri fährt und nicht ge­winnt. Und das ist der Grund, war­um Vet­tel im Mo­ment so nah am Vul­kan ge­baut ist. Denn Vet­tel hat ein schwie­ri­ges Jahr hin­ter sich. Ein Sieg ist ihm 2016 noch nicht ge­lun­gen, und auch team­in­tern be­kommt er nicht den Rück­halt, den er bräuch­te. Der stärks­te Wind bläst Vet­tel da­bei von FI­AT-Prä­si­dent Ser­gio Mar­chion­ne ins Ge­sicht. Der Ka­na­di­er ist ein Zah­len­mensch, oh­ne jeg­li­che Emo­ti­on für die Renn­ab­tei­lung Fer­ra­ris. Vet­tel kos­te viel zu viel Geld, so wur­de sei­ne Mei­nung über­lie­fert. Mar­chion­ne könn­te sich des­halb gut vor­stel­len, so heißt es in den hei­li­gen Hal­len in Ma­ra­nel­lo, ab 2018 oh­ne Vet­tel noch mehr hin­ter­her­zu­fah­ren. Fakt ist: Die Lie­be Vet­tels zu Fer­ra­ri ist zu stark, um bei die­sem Wis­sen noch ru­hig zu blei­ben und sei­ne Emo­tio­nen im Kel­ler zu hal­ten.

Von Ralf Bach

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