2:1!

Kraft­akt in Eind­ho­fen

tz - - TENGELMANN: ZITTERN GEHT WEITER - JO­SÉ CAR­LOS MENZEL LÓPEZ

Was war das bloß für ein Spiel ges­tern. Fehl­ent­schei­dun­gen, ein Elf­me­ter, da­zu noch ei­ne Auf­hol­jagd und Ner­ven­kit­zel non­stop – eben al­les, was man an ei­nem CL-Abend so braucht. Der Sie­ger: Ein­mal mehr Ro­bert Le­wan­dow­ski, der den FCB mit sei­nem nächs­ten Dop­pel­pack nach frü­hem Rück­stand ret­te­te und für den 2:1-Tri­umph in Eind­ho­ven sorg­te, der die Bay­ern ins Ach­tel­fi­na­le hievt und im Kampf mit At­lé­ti­co um Platz eins am Le­ben hält. Car­lo An­ce­lot­ti: „Der Grup­pen­sieg ist wich­tig, aber am wich­tigs­ten war es na­tür­lich sich zu qua­li­fi­zie­ren.“

Car­lo An­ce­lot­ti hat­te sich sei­nen Ner­ven-Kau­gum­mi noch gar nicht in den Mund ge­steckt, da ging es im aus­ver­kauf­ten Phi­lips-Sta­di­on schon rund. Kei­ne fünf Mi­nu­ten war die Par­tie alt, da setz­te Le­wan­dow­ski ei­nen Kopf­ball­lup­fer an die Lat­te und den zwei­ten Kopf­ball drü­ber. Auf ein­mal war PSV wach. Und de­mons­trier­te das auch. Zu­nächst durch ei­nen Bo­dy­check von Mo­re­no, der Le­wy kur­zer­hand Flü­gel ver­lieh. Und gleich dar­auf mit ei­nem Blitz­kon­ter, der – un­ge­recht­fer­tig­ter­wei­se – das 1:0 der Haus­her­ren zur Fol­ge hat­te (14.). Pröp­per nick­te ei­ne Ram­selaarFlan­ke aufs Tor, Ari­as stand im Mo­ment des Kopf­balls im Ab­seits und ver­wan­del­te den Nach­schuss, den Schi­ri Roc­chi aus Ita­li­en war­um auch im­mer zäh­len ließ.

Doch da­bei blieb es nicht. Die Ro­ten wur­den bö­se. Und PSV be­kam es zu spü­ren. Erst ließ Alon­so ei­nen Strahl raus, den Pas­veer erst im Nach­fas­sen ent­schär­fen konn­te (21.). Eind­ho­ven re­agier­te mit Nick­lig­kei­ten, Guar­da­do schubs­te aus ei­ner Lau­ne her­aus Le­wy um. Kin­der­gar­ten. Dann wur­de es aber dreist. Nach ei­nem ge­fähr­li­chen Rob­ben-Kopf­ball kam es zur Ecke für rot, bei der sich Mo­re­no im bes­ten Sti­le ei­nes „Ate­les“(zu dt.: Klam­meraf­fe) an Le­wy hing und den Po­len beim Kopf­ball hin­der­te, der dar­auf­hin am Pfos­ten lan­de­te. Bit­ter. Die Ro­ten lie­ßen es an Roc­chi aus, An­ce­lot­ti an sei­nem Kau­gum­mi – doch der Un­par­tei­ische blieb eis­kalt. Und lag bei sei­ner nächs­ten Ent­schei­dung aus­nahms­wei­se rich­tig. Im Sech­zeh­ner be­kam Guar­da­do die Ku­gel an die Hand, Rob­ben & Co. be­schwer­ten sich, und Roc­chi zeig­te auf den Punkt. Er­leich­te­rung. Vor al­lem nach­dem Le­wy das Ding lo­cker ver­senk­te (34.). 1:1.

Der Druck aber blieb. Bay­ern brauch­te den Drei­er, um wei­ter­hin Chan­cen auf den Grup­pen­sieg zu ha­ben – doch Pas­veer war da. Im­mer­zu. Wer je­doch das Zep­ter in der Hand hielt, war je­dem klar: Die Bay­ern. Al­lein Le­wy hat­te in Hälf­te eins fünf­mal auf Pas­veers Kis­te ge­schos­sen, so­viel wie ganz PSV zu­sam­men. Aber es nütz­te nichts. Das Zwei­te muss­te her. Ir­gend­wie. Und zwar schnell. So­wie in der 62. Mi­nu­te: Sen­sa­ti­ons­pass von Hum­mels auf Vi­dal, der sich dreht und drauf­hält, doch Pas­veer ist er­neut zur Stel­le. Mül­lers Nach­schuss muss im Tor lan­den, Mo­re­nos Bauch lenkt das Ding aber noch um den Pfos­ten.

Ir­gend­wann hat­te dann auch An­ce­lot­ti ge­nug vom Kau­gum­mi und re­agier­te. Er brach­te Co­man für Kim- mich und Cos­ta für den nicht ganz so er­freu­ten Rob­ben, der sich die letz­ten 25. Mi­nu­ten in sei­ner ehe­ma­li­gen Hei­mat von der Er­satz­bank an­se­hen durf­te. Er be­kam nur ei­nes zu se­hen: Ein­bahn­stra­ßen­fuß­ball. Müller per Kopf (72.) – da­ne­ben. Aber der Fuß­ball ist ja (in der Re­gel) fair. Cos­ta-Tänz­chen, Pass auf Ala­ba, Flan­ke, Le­wan­dow­ski mit der In­nen­sei­te und rein ins Glück (73.). Ganz sanft. 2:1. Am Drei­er­pack und am Tor des Jah­res schramm­te der Po­le in der 85. aber vor­bei. Schuld war das Al­lu­mi­num. Zum drit­ten Mal. Was soll’s? Sein Dop­pel­pack da­vor hat ja schließ­lich auch ge­reicht.

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