Das Wahl­sys­tem der USA

tz - - REPORT -

Der Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka wird nicht di­rekt vom Volk ge­wählt. Die Wäh­ler ge­ben den Kan­di­da­ten nur in­di­rekt ih­re Stim­me. Statt­des­sen wird der mäch­tigs­te Mann der Welt von ei­nem Wahl­gre­mi­um be­stimmt. Je­der Bun­des­staat stellt, ent­spre­chend der Be­völ­ke­rungs­zahl, ei­ne ge­wis­se An­zahl von Wahl­män­nern in die­sem Gre­mi­um. Ka­li­for­ni­en mit 55 die meis­ten, klei­ne Staa­ten wie Alas­ka ha­ben hin­ge­gen nur drei. Der Kan­di­dat, der in ei­nem Bun­des­staat die meis­ten Stim­men er­hält, be­kommt nach dem al­lei­ni­gen Mehr­heits­prin­zip in die­sem Staat auch al­le Wahl­män­ner zu­ge­spro­chen. Ins­ge­samt setzt sich das Gre­mi­um aus 538 Ab­ge­sand­ten zu­sam­men – 270 Wahl­män­ner sind nö­tig, um zum Prä­si­den­ten ge­wählt zu wer­den.

Rund sechs Wo­chen nach der ei­gent­li­chen Wahl kom­men die 538 Ab­ge­sand­ten am 19. De­zem­ber in Wa­shing­ton zu­sam­men, um dort ih­re Stim­me ab­zu­ge­ben. Gut zwei Wo­chen da­nach, am 6. Ja­nu­ar 2017, wer­den dann im Re­prä­sen­tan­ten­haus und im Se­nat die Stim­men aus­ge­zählt. Der am­tie­ren­de Vi­ze-Prä­si­dent (Joe Bi­den) ver­kün­det am En­de tra­di­tio­nell das Er­geb­nis des Wahlg­re- mi­ums, ehe am 20. Ja­nu­ar der neue Prä­si­dent der USA ver­ei­digt wird.

Auf­grund die­ses Wahl­prin­zips, das bis in das 18. Jahr­hun­dert zu­rück­reicht, ist es auch mög­lich, dass ein Kan­di­dat pro­zen­tu­al zwar die meis­ten Stim­men vom Volk be­kommt, aber den­noch nicht zum Prä­si­den­ten ge­wählt wer­den kann, da er in den be­völ­ke­rungs­rei­chen Staa­ten, die die meis­ten Wahl­män­ner stel­len, we­ni­ger Stim­men zu­ge­spro­chen be­kam.

So ge­sche­hen im Jahr 2000, als Al Go­re mehr Stim­men hat­te, Ge­or­ge W. Bush aber mehr Wahl­män­ner.

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