Flucht per Gü­ter­zug

tz - - MÜNCHEN+REGION - TOS M.B.

Die Bun­des­po­li­zei ver­zeich­net im­mer mehr un­er­laub­te Ein­rei­sen mit­tels Gü­ter­zü­gen von Ita­li­en nach Deutsch­land. Al­lein im Ok­to­ber grif­fen die Be­am­ten 47 Men­schen auf. „Das sind kei­ne Ein­zel­fäl­le“, sagt Bun­des­po­li­zei­spre­cher Wolf­gang Hau­ner. „Da sind Schleu­ser am Werk.“

Erst am Mon­tag kam es wie­der zu Ein­sät­zen am Ran­gier­bahn­hof Mün­chen-Ost, bei de­nen ins­ge­samt 15 Mig- ran­ten, dar­un­ter vier Frau­en, fest­ge­stellt wur­den.

Sie ka­men im Schutz der Nacht. Ge­gen 3.30 Uhr mel­de­te die Deut­sche Bahn der Bun­des­po­li­zei, dass sich am Ran­gier­bahn­hof Mün­chen-Ost Per­so­nen im Gleis be­fän­den. Ein­satz­kräf­te rück­ten aus – und fan­den acht Eri­tre­er am S-Bahn­hof Berg am Laim. Drei wei­te­re Eri­tre­er ver­steck­ten sich am SBahn­hof Leuch­ten­berg­ring.

Beim Durch­su­chen des Ran­gier­bahn­hofs ent­deck­ten die Be­am­ten kurz dar­auf zwei wei­te­re Eri­tre­er, die sich na­he ei­nem Gü­ter­zug ver­steckt hat­ten. Für den Ein­satz wur­den der Ran­gier­bahn­hof und die an­gren­zen­de Bahn­stre­cke teil­wei­se ge­sperrt. Ge­gen 14.10 Uhr fan­den Bahn-Mit­ar­bei­ter er­neut zwei Eri­tre­er auf ei­nem Gü­ter­zug von Ve­ro­na nach Mün­chen. Be­reits am ver­gan­ge­nen Frei­tag muss­ten bei ei­nem Ein­satz die Glei­se am Bahn­hof Berg am Laim ge­sperrt wer­den.

„Wir ha­ben mit den Kol­le­gen in Österreich und Ita­li­en Kon­takt auf­ge­nom­men“, sagt Hau­ner. Die Kon­trol­len an den Gren­zen wür­den ver­bes­sert.

Wie das ab­lau­fen soll? Da­zu will Hau­ner aus „er­mitt­lungs­tak­ti­schen Grün­den“nichts sa­gen. Si­cher sei aber, dass es ne­ben den 47 be­kann­ten Fäl­len noch ei­ni­ge un­be­kann­te ge­be. Die mehr­mo­na­ti­ge U-Bahn-Bau­stel­le auf der Li­nie 3 hat am 31. Ok­to­ber be­gon­nen – zwi­schen Scheid­platz und Münch­ner Frei­heit herrscht jetzt Schie­nen­er­satz­ver­kehr. Der Test ges­tern früh um 8 Uhr ging rei­bungs­los von Moo­sach (U3) bis zur Münch­ner Frei­heit. Am Scheid­platz wech­sel­ten die meis­ten Fahr­gäs­te zur U2 am Gleis ge­gen­über (gr. Foto) – die Bahn war na­tür­lich ge­steckt voll. Wir stie­gen am Scheid­platz in den Er­satz­bus zur Münch­ner Frei­heit. Freund­li­ches Per­so­nal hilft bei Fra­gen und ver­teilt auch Bro­schü­ren, da­zu mar­kie­ren gro­ße Fuß­spu­ren den Weg an die Ober­flä­che. Die Er­satz­bus­se fah­ren im Fünf­mi­nu­ten­takt. Schön leer. We­ni­ger schön: Bon­ner Platz. Die Er­satz­hal­te­stel­le liegt 300 Me­ter ent­fernt an der Bel­grad­stra­ße. Und wenn nächs­te Wo­che die Schu­le los­geht, darf man ge­spannt sein, wie sehr sich an der Münch­ner Frei­heit die Bus­se stau­en.

F: dpa

Flucht­mit­tel Gü­ter­zug: Die Bun­des­po­li­zei will jetzt die Kon­trol­len an den Gren­zen ver­bes­sern

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