Schar­fer Buch­sta­be

tz - - BUNT GEMISCHT - Sa­B­ri­na G., Mün­chen

Wie­so gibt es ei­gent­lich das schar­fe „S“? Das schar­fe „S“ist ei­ne Ei­gen­heit der deut­schen Schrift­spra­che. Nir­gend­wo sonst wird die­ser Buch­sta­be ver wen­det. Ent­wi­ckelt hat es sich vor über tau­send Jah­ren. Da­mals fand die zwei­te ger­ma­ni­sche Laut­ver­schie­bung im heu­ti­gen Deutsch­land statt. Über die Jahr­hun­der­te ver­än­der­te sich die Aus­spra­che der Lau­te. Das „T“wur­de bei ei­ni­gen Wör­tern durch ein „S“er­setzt. Im 14. Jahr­hun­dert setz­te sich die Schreib­wei­se „sz“durch. Das er­klärt die Ent­ste­hung des Buch­sta­bens „S“. Er äh­nelt dem zu­sam­men­ge­schrie­be­nen „SZ“der al­ten Frak­tur­schri f t. Erst seit der Re­form der deut­schen Recht­schrei­bung von 19 01 gibt es Re­geln, wann man das schar­fe „S“ver­wen­det und wann nicht. Bis da­hin hat­te je­der Au­tor nach ei­ge­nem Emp­fin­den dar­über ent­schie­den. Seit der neu­es­ten Recht­schreib­re­form kann man sich mer­ken, dass ein schar­fes „S“nach ei­nem lang­ge­spro­che­nen Vo­kal ge­schrie­ben wird, nach ei­nem kur­zen ein dop­pel­tes „S“. Und noch ei­ne Be­son­der­heit: Das schar­fe „S“exis­tier t üb­ri­gens nur als Klein­buch­sta­be.

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