Ge­fahr ei­ner Im­mo­bi­li­en­bla­se

tz - - POLITIK -

Mün­chens Woh­nungs­markt treibt im­mer schlim­me­re Blü­ten: Mitt­ler­wei­le kön­nen sich Fa­mi­li­en kaum noch gro­ße Woh­nun­gen leis­ten. Sie blei­ben lie­ber in klei­ne­ren vier Wän­den, weil ihr Porte­mon­naie es nicht an­ders zu­lässt. Das wie­der­um treibt vor al­lem die Mie­ten für die klei­nen Woh­nun­gen in die Hö­he. Gleich­zei­tig haust ein Heer von Gas­t­ar­bei­tern aus Süd­ost­eu­ro­pa in Ab­stei­gen, in de­nen pro Bett lo­cker 350 Eu­ro pro Nacht ver­langt wer­den und in de­nen oft haar­sträu­ben­de Zu­stän­de herr­schen, wie der Brand mit drei To­ten in der Dach­au­er Stra­ße be­weist (sie­he Sei­te 5). Der Woh­nungs­markt in München läuft zu­neh­mend heiß und ruft im­mer mehr ge­wis­sen­lo­se Ge­schäf­te­ma­cher auf den Plan. Wie lässt sich die­se Ent­wick­lung stop­pen? Die Miet­preis­brem­se hat bis­lang auch nicht den er­sehn­ten Ef­fekt ge­bracht. Denn Im­mo­bi­li­en gel­ten in Zei­ten von null-Pro­zen­tZin­sen und ver­un­si­cher­ten Ak­ti­en­märk­ten der­zeit als In­vest­ment Num­mer eins. Fragt sich nur, wie lan­ge die Mie­ter sich das noch leis­ten kön­nen und ob nicht ir­gend­wann der Markt zu­sam­men­bricht, weil den Men­schen das Geld aus­geht. Die Ge­fahr ei­ner Im­mo­bi­li­en­bla­se wächst. Ge­nau­so gibt es im­mer mehr Stim­men, die Im­mo­bi­li­en­spe­ku­lan­ten in die Schran­ken zu wei­sen, da Grund­be­sitz kein un­end­lich ver­mehr­ba­res Gut ist. Das wird von vie­len als Griff in die so­zia­lis­ti­sche Mot­ten­kis­te ab­ge­tan. Aber wenn sich die Ent­wick­lung so fort­setzt, wer­den die­se Ru­fe nicht mehr zu über­hö­ren sein. Jo­han­nes Wel­te

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