Bay­ern

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Wenn das mal gut geht: Et­wa 300 Me­ter Luft­li­nie von Schloss Neu­schwan­stein ent­fernt wer­den der­zeit rie­si­ge Fels­bro­cken ge­sprengt. Die Spren­gun­gen sind Teil ei­nes Si­cher­heits­kon­zep­tes, das für den Wan­der­weg durch die wild­ro­man­ti­sche Pöl­latschlucht un­ter­halb des Schlos­ses ent­wi­ckelt wur­de. Seit ei­nem Fels­sturz im Jahr 2014 ist der et­wa 800 Me­ter lan­ge Weg näm­lich aus Si­cher­heits­grün­den ge­sperrt. Be­vor er wie­der von Wan­de­rern be­gan­gen wer­den kann, müs­sen dort lo­se St­ein­bro­cken ent­fernt, Fang­net­ze er­neu­ert und Ei­sen­ste­ge über­prüft wer­den – das wird bis weit in das kom­men­de Jahr dau­ern.

Ver­ant­wort­lich für die Spren­gun­gen ist kein Ge­rin­ge­rer als Kra­ter-Edi Edu­ard Reisch (55) aus Ap­fel­dorf. Mit ei­nem Spe­zi­al­spreng­stoff wer­den im­mer wie­der nur Teil­stü­cke der Fels­bro­cken zer­stört. An­schlie­ßend muss der Gestein­schutt, teils von Hand und mit­un­ter auch am Seil hän­gend, weg­ge­räumt wer­den. „Es gibt kei­ne gro­ßen Blö­cke“, be­ru­higt Reisch. Den­noch müs­se man auf ma­xi­ma­le Si­cher­heit ach­ten, faust­gro­ße Stei­ne wur­den bis in 200 Me­tern Ent­fer­nung – das ent­spricht der Ent­fer­nung zum Pal­las des Schlos­ses – ge­fun­den. „Des­halb wird der ge­sam­te Be­reich, auch Schloss Neu­schwan­stein und die Ma­ri­en­brü­cke, mit Si­che­rungs­pos­ten ab­ge­sperrt“, so Reisch. Doch nicht nur der Schutz vor um­her­flie­gen­den St­ein­bro­cken wird be­rück­sich­tigt, man über­wa­che auch die durch die Ex- plo­sio­nen aus­ge­lös­ten Er­schüt­te­run­gen am denk­mal­ge­schütz­ten Schloss.

Sei­nen Spitz­na­men Kra­ter-Edi hat Reisch seit 1995 weg: Da spreng­te er in An­dechs ein Loch, in dem ein Teich ent­ste­hen soll­te. Ein Po­li­zist er­zähl­te, ein Me­teo­rit sei ein­ge­schla­gen. Aus der gan­zen Welt reis­ten dar­auf­hin Ex­per­ten an – bis Edi für Auf­klä­rung sorg­te …

F: Kurzi, Reisch Spreng­tech­nik

Spreng­meis­ter Edu­ard Reisch ist na­he Schloss Neu­schwan­stein im Ein­satz

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