Neu­es von VW: Ha­ben gar nicht ma­ni­pu­liert

An­geb­lich kein Ver­stoß ge­gen EU-Ge­set­ze in der Die­sel-Ab­gas­af­fä­re

tz - - REPORT -

Volks­wa­gen sieht Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge in der Ab­gas-Af­fä­re kei­nen Ver­stoß ge­gen EU-Ge­set­ze und will so of­fen­bar Scha­den­er­satz­zah­lun­gen in Deutsch­land und Eu­ro­pa ent­ge­hen. Die ein­ge­bau­te Soft­ware stel­le nach An­sicht des Kon­zerns „kei­ne un­zu­läs­si­ge Ab­schalt­ein­rich­tung nach eu­ro­päi­schem Recht dar“, teil­te VW auf An­fra­ge von Süd­deut­scher Zei­tung, NDR und WDR mit. Bei der Be­wäl­ti­gung des Ab­gas­skan­dals kam der Au­to­bau­er der­weil am Don­ners­tag in den USA vor­an.

VW se­he zwar kei­nen Ver­stoß ge­gen EU-Ge­set­ze, wol­le aber im „be­son­de­ren In­ter­es­se der Kun­den“mit den Be­hör­den zu­sam­men­ar­bei­ten und rüs­te des­halb die be­trof­fe­nen Fahr­zeu­ge um, be­rich­te­te der Re­cher­che­ver­bund wei­ter. Scha­den­er­satz­kla­gen von Kun­den wi­der­spricht der Kon­zern dem­nach aber en­er­gisch.

Das Un­ter­neh­men ha­be die Vor­ha­ben für die ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Schad­stoff-Mes­sun­gen auf dem Prüf- stand er­füllt, zi­tier­ten SZ, NDR und WDR aus Schrift­sät­zen des Un­ter­neh­mens bei Ge­richt. „Von ei­ner Ma­ni­pu­la­ti­on lässt sich des­halb nicht spre­chen.“

Volks­wa­gen be­strei­tet dem­nach so­gar, dass die Stick­oxid-Emis­sio­nen von Die­sel-Pkw ge­sund­heits­schäd­lich sei­en. „Ei­ne se­riö­se Er­mitt­lung von Krank­heits­zah­len oder so­gar To­des­fäl­len für be­stimm­te Be­völ­ke­rungs­grup­pen ist nach un­se­rem Kennt­nis­stand aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht nicht mög­lich.“

Vor gut ei­nem Jahr hat­te Volks­wa­gen zu­ge­ben müs­sen, bei ins­ge­samt elf Mil­lio­nen Die­sel­fahr­zeu­gen welt­weit die Ab­gas­wer­te ma­ni­pu­liert zu ha­ben. Hier­zu­lan­de muss der Au­to­bau­er 2,4 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge um­rüs­ten. Das Un­ter­neh­men hat da­mit be­gon­nen, hält den Be­rich­ten zu­fol­ge aber den ent­spre­chen­den Be­scheid des Kraft­fahrt­bun­des­am­tes (KBA) für ju­ris­tisch falsch. Dies ha­be das Un­ter­neh­men nach An­ga­ben aus Kon­zern­krei­sen auch zu Pro­to­koll ge­ge­ben.

In den USA lob­te der­weil der zu­stän­di­ge Bun­des­rich­ter Charles Brey­er den Kon­zern und die Zi­vil­klä­ger bei ei­ner An­hö­rung in San Fran­cis­co für die „sub­stan­zi­el­len Fort­schrit­te“, die sie bei der Su­che nach ei­ner Ver­ein­ba­rung über die rund 80 000 Drei-Li­ter-Fahr­zeu­ge er­zielt hät­ten. Er zeig­te sich „sehr op­ti­mis­tisch“, dass auch für die­se ein Ver­gleich er­zielt wer­den kön­ne. Brey­er setz­te ei­ne wei­te­re An­hö­rung zu die­sem The­ma für den 1. De­zem­ber an.

Wo­rin die er­ziel­ten Fort­schrit­te be­ste­hen, führ­te der Rich­ter frei­lich nicht aus. Die Volks­wa­gen-Ver­tre­ter hat­ten je­doch bei frü­he­ren Ge­richts­ter­mi­nen im­mer­hin in Aus­sicht ge­stellt, die Ma­ni­pu­la­ti­on der Ab­gas­wer­te bei den DreiLi­ter-Wa­gen mit re­la­tiv schnel­len, ein­fa­chen und kos­ten­güns­ti­gen tech­ni­schen Über­ho­lun­gen ab­stel­len zu kön­nen. De­tails hat­ten in­des auch sie nicht ge­nannt. Bei den Zwei-Li­ter-Fahr­zeu­gen ist hin­ge­gen ei­ne auf­wän­di­ge Um­rüs­tung er­for­der­lich.

Für die­se knapp 500 000 Au­tos hat­te Brey­er in der ver­gan­ge­nen Wo­che ei­nen Ver­gleich über die Re­kord­sum­me von 14,7 Mil­li­ar­den Dol­lar (rund 13,4 Mil­li­ar­den Eu­ro) gut­ge­hei­ßen. Rund zehn Mil­li­ar­den Dol­lar aus die­ser Sum­me sind als Ent­schä­di­gun­gen für die Be­sit­zer oder Hal­ter der Wa­gen be­stimmt, die rest­li­chen Mil­li­ar­den flie­ßen in den Kampf ge­gen die Luft­ver­schmut­zung so­wie in die För­de­rung emis­si­ons­frei­er Fahr­zeu­ge.

Fo­to: dpa

Mo­to­ren­fer­ti­gung bei VW: Al­les im Rah­men der EU-Ge­set­ze?

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