Das Spiel ist aus

tz - - KULTUR & TV - M. BIE­BER

Pau­ken­schlag an den Kam­mer­spie­len: Ein Star des En­sem­bles hat nach zehn Jah­ren zum En­de der Spiel­zeit ge­kün­digt! Bri­git­te Hob­mei­er (40) mag nicht mehr. Ein Pu­bli­kums­lieb­ling, ein künst­le­ri­sches Cha­mä­le­on, das von dra­ma­ti­schen Rol­len bis zur leich­ten Mu­se al­les be­herrscht. Ein neu­es En­ga­ge­ment hat sie nicht.

Die 40-Jäh­ri­ge sagt in der SZ, dass sie sich am Haus seit der neu­en In­ten­danz Mat­thi­as Li­li­ent­hals im­mer hei­mat­lo­ser, ja „wie auf dem Ab­stell­gleis“ge­fühlt ha­be. Ein Zer­würf­nis mit dem Haus­herrn, der zur Spiel­zeit 15/16 Jo­han Si­mons nach­folg­te? Nein, sa­gen bei­de Sei- ten. Li­li­en­thal selbst ha­be erst aus der Pres­se von Hob­mei­ers Rück­tritt er­fah­ren.

Bri­git­te Hob­mei­er ist das nächs­te Bei­spiel von Top­leu­ten, de­ren Kunst in Zei­ten der Auf­wei­chung – weg von „ech­ten“Thea­ter­stü­cken hin zu Misch­for­men – an­geb­lich aus der Mo­de kommt. Ein wei­te­res Bei­spiel: Ste­fan Hun­stein (sie­he un­ten).

In­ten­dant Li­li­en­thal drückt in der tz sein Be­dau­ern aus – aber man „freue sich“auf die nächs­te gro­ße Pre­mie­re im Ja­nu­ar mit Hob­mei­er – in ei­nem Klas­si­ker, Tsche- chows Kirsch­gar­ten. Mit Bri­git­te Hob­mei­er ver­liert das Haus, das oh­ne­hin un­ter Zu­schau­er­schwund lei­det, wei­ter an Bo­den.

Ge­ra­de München hat ei­ne lan­ge Thea­ter­tra­di­ti­on – doch ge­wach­se­ne Struk­tu­ren in­ter­es­sie­ren Li­li­en­thal oh­ne­hin nicht. Ste­fan Hun­stein, der vor der neu­en Kam­mer­spie­leIn­ten­danz die Reiß­lei­ne ge­zo­gen hat, for­mu­liert’s in der tz so: „Wem soll der Wurm schme­cken – dem Ang­ler oder dem Fisch?“Soll hei­ßen: Der Ang­ler Li­li­en­thal ist wohl nicht in­ter­es­siert dar­an, die Fisch­schwär­me (das Pu­bli­kum) an­zu­lo­cken – oder gar ins Schwär­men zu

brin­gen.

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