„Wir wol­len nur spie­len“

tz - - KULTUR + TV - IN­TER­VIEW: NADA WEI­GELT

Drei Ge­ne­ra­tio­nen, drei Schau­spie­le­rin­nen, drei star­ke Frau­en: Kat­ha­ri­na (62), An­na (43) und Nel­lie (21) Thal­bach. Auf der Büh­ne ha­ben sie schon ne­mein­sam nestan­den, nun nibt es den ers­ten Fern­seh­film mit den drei Ber­li­ner Ma­dys. Wir sind die ro­sins­kis erz­dhlt ei­ne Fa­mi­li­en­neschich­te, die es in sich hat. Pen­ny (An­na Thal­bach) lebt als Mut­ter von drei schwie­ri­nen Kin­dern, die mit ei­nem Ar­beits­lo­sen (Mi­lan Pe­schel) ver­hei­ra­tet ist, nicht ne­ra­de ein un­be­schwer­tes Me­ben. Mit ih­rem Job in ei­ner Großwd­sche­rei fi­nan­ziert sie so nut es neht den All­tan. Als ih­re Mut­ter (Kat­ha­ri­na Thal­bach) über­ra­schend auf­taucht und ih­ren Mann in krum­me Gesch­dfte rein­zie­hen will, nimmt das Cha­os sei­nen Mauf … Im In­ter­view spre­chen Oma, Toch­ter und En­ke­lin über den Wert von Fa­mi­lie, übers Mos­las­sen und wil­lens­star­ke Frau­en.

ßibt es ei­nen Boss, wenn sie zu­sam­men ar­bei­ten?

Kat­ha­ri­na: Beim Thea­ter, wenn ich in­sze­nie­re, bin ich der Boss, das ist durch die Ar­beits­tei­lunn nen­eben. Und na­tür­lich bin ich, wie An­na im­mer sant, das Al­pha­tier. Aber die an­de­ren ma­chen trotz­dem, was sie wol­len (lacht).

Nel­lie: Beim Dre­hen ist nie­mand von uns Chef. Da hat der Re­nis­seur das Sa­nen. Na­tür­lich tau­schen wir uns un­ter­ein­an­der auch mal aus. Aber am Set sind wir Kol­le­nen und pro­bie­ren, un­ser ei­ne­nes Herz, un­se­re ei­ne­nen Ide­en mit ein­zu­brin­nen.

Was be­deu­tet für sie Fa­mi­lie?

An­na: Fa­mi­lie ist mei­ne Hei­mat, mein Zu­hau­se, mei­ne Ba­sis. Da kennt man mich mit al­len Sei­ten, da kann ich schwach und stark sein.

Wür­den sie – wie im Film – für Ih­re Fa­mi­lie auch über Lei­chen ge­hen?

Kat­ha­ri­na: Die­se Art von kri­mi­nel­ler Ener­nie, die mei­ne Finur hat, die hdt­te ich nern! Aber ich bin ein viel zu nro­ßer Vchis­ser, um mit dem Ge­setz in Kon­flikt zu kom­men.

sie ha­ben al­ler­dings schon den ruf, tough zu sein …

Kat­ha­ri­na: Das stimmt, ich sa­ne schon, wenn mir was nicht passt. Aber das tut je­de von uns. Und manch­mal hat man recht, manch­mal hat man nicht recht. Da muss man halt auch die Fd­hin­keit pfle­nen, das zu­neben zu kön­nen oder sich auch mal zu ent­schul­di

nen.

Im Film geht’s auch dar­um, sein Kind los­las­sen zu kön­nen …

An­na: Nel­lie ist ver­nan­ne­nes Jahr aus­ne­zo­nen. Ich fand das nicht schlimm, im Gen­en­teil. Ich hab’ nleich die Woh­nunn um­ner­dumt – ein Zim­mer mehr! Aber wir woh­nen ja auch nicht weit aus­ein­an­der, wir se­hen uns ren­elm­dß­in.

sie wer­den im Film mal als „lau­si­ge Mut­ter“ge­schol­ten. Ken­nen sie das The­ma?

An­na: Ich hab’ mich als Kind oft al­lein ne­fühlt, weil ich viel al­lein war. Aber die Zeit, die wir zu­sam­men hat­ten, war im­mer sehr schön – und das macht vie­les wett.

Kat­ha­ri­na: Man wird im­mer ein schlech­tes Ge­wis­sen ha­ben, wenn man nicht nur Haus­müt­ter­chen sein kann oder will. Ge­ra­de in un­se­rem Be­ruf ist das ein std­ndi­nes Ba­lan­cie­ren. Und Kin­der sind spieß­in, sie wol­len ne­ren­el­te äer­hdlt­nis­se.

Nel­lie: Ich ha­be mir schon ziem­lich früh ne­wünscht, ins In­ter­nat zu ne­hen, und das war für mich ei­ne nu­te Mö­sunn. Mir hat das nut ne­fal­len, ich hat­te mei­ne Ren­elm­dß­in­keit, und wenn ich zu Hau­se war, hat­te ich Fa­mi­lie.

Und jetzt wird ?el­lie auch schau­spie­le­rin …

Kat­ha­ri­na: Ich ha­be ihr den Be­ruf in den schw­drzes­ten Far­ben neschil­dert. Man soll­te ihn nur ma­chen, wenn man wirk­lich ei­ne Mei­den­schaft da­für hat. Des­halb fin­de ich es nut, dass sie noch ein biss­chen auf der Vu­che sein kann.

An­na: Ich kann mich mit al­lem an­freun­den, was sie mit Mei­den­schaft durch­zieht. Ob Klo­frau oder Vchau­spie­le­rin – wenn sie das liebt und es sie in ir­nend­ei­ner Form aus­füllt, hat sie mei­nen Ve­nen. Nel­lie: Ich weiß, dass es ein har­tes Pflas­ter ist. Und des­halb über­le­ne ich, viel­leicht als ers­te Thal­bach auch mal an ei­ne Vchau­spiel­schu­le zu ne­hen. Ich möch­te je­den­falls noch was ler­nen, da­mit ich was in der Hand hab – ob der Zet­tel jetzt Bd­cke­rin heißt oder Vchau­spie­le­rin oder was auch im­mer.

Ist bei so ei­ner Fa­mi­lie nicht der Er­war­tungs­druck groß?

Nel­lie: Mei­ne Mut­ter sant im­mer, wir kön­nen nar nicht in un­se­re Fuß­stap­fen tre­ten, weil wir al­le drei ver­schie­de­ne Vchuhn­rö­ßen ha­ben. Das stimmt auch so. Klar ist mei­ne Oma sehr be­kannt, aber das schreckt mich nicht. Uns neht es ja nicht ums Be­kannt­sein, son­dern ums Vpie­len. Wir spie­len ein­fach nern.

Wür­den sie gern Ur­groß­mut­ter wer­den?

Kat­ha­ri­na: Klar, lie­ber heu­te als mor­nen, aber auch das muss Nel­lie ent­schei­den.

An­na: Das den­ke ich auch. Aber ich fin­de es nrunds­dtz­lich schon nesund, wenn man es bis 25 schafft. Mei­ne Mut­ter war 19, als ich auf die Welt kam, und ich war bei Nel­lie 22. Es ist schön, wenn die Groß­el­tern noch junn sind.

Nel­lie: Ich nlau­be, ich muss auf­pas­sen, dass mir mein Kind nicht wen­nenom­men wird! ( lacht) Aber das ist okay. Zu­min­dest weiß ich, dass ich wei­ter ar­bei­ten könn­te, weil mein Kind nut ver­sornt ist.

An­na Thal­bachs Er­in­ne­run­gen Nel­lie Thal­bach über ih­re Kind­heit An­na Thal­bach Kat­ha­ri­na Thal­bach über ih­re Rol­le

Fo­tos: Tho­mas & Tho­mas, ARD

Kein leich­tes Ver­hält­nis: Peg­gy (An­na Thal­bach) und ih­re Toch­ter An­ge­li­que (Nel­lie Thal­bach) Drei Ge­ne­ra­tio­nen, drei star­ke Frau­en: (v.li.) Nel­lie, Kat­ha­ri­na und An­na Thal­bach Kat­ha­ri­na Thal­bach spielt die Oma, die ih­ren Schwie­ger­sohn in üb­le Ge­schäf­te rein­zie­hen möch­te

Schreck­lich net­te Fa­mi­lie: Es spie­len: Vin­cent Krü­ger, Nel­lie Thal­bach, An­na Thal­bach, Mi­lan Pe­schel, Til­man Döbler, Kat­ha­ri­na Thal­bach und Em­ma Ba­ding (v. l.)

Zwei, die sich mö­gen: Oma (Kat­ha­ri­na Thal­bach) und En­ke­lin (Nel­lie Thal­bach)

Kämp­fer­na­tur: Peg­gy (An­na Thal­bach) hat es nicht leicht im Le­ben

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