OP oder lie­ber nicht?

tz - - BUNT GEMISCHT - Ur­sU­la k., Un­ter­ha­ching Dr. meD. Wer­ner Zirn­gibl, mVZ im he­li­os münchen

Mei­ne 18-jäh­ri­ge Toch­ter hat sich in­ner­halb von an­dert­halb Jah­ren drei­mal die Knie­schei­be aus­ge­renkt. Jetzt soll sie ope­riert wer­den. Spricht et­was da­ge­gen, es erst noch ein­mal mit dem Tra­gen ei­ner Schie­ne zu ver­su­chen?

Die Aus­ren­kung der Knie­schei­be, auch Pa­tel­la­lu­xa­ti­on ge­nannt, stellt im­mer ei­ne schwer­wie­gen­de Ver­let­zung des Knie­ge­lenks dar. Ein ope­ra­ti­ver Ein­griff ist dann not­wen­dig, wenn es durch das Her­aus­sprin­gen der Knie­schei­be aus ih­rem Gleit­la­ger zu Be­gleit­ver­let­zun­gen, et­wa zu ei­nem Knor­pel­scha­den, ge­kom­men ist oder sich die Knie­schei­be – wie bei Ih­rer Toch­ter – wie­der­holt aus­renkt. Das ist gar nicht so sel­ten: Bei rund 30 Pro­zent der Be­trof­fe­nen springt die Knie­schei­be nach dem Ers­ter­eig­nis er­neut aus ih­rer na­tür­li­chen Po­si­ti­on. Die Dia­gno­se lau­tet dann „Knie­schei­ben-In­sta­bi­li­tät“. In die­sen Fäl­len ist ein ope­ra­ti­ves Vor­ge­hen meist die Me­tho­de der Wahl, da ei­ner­seits mit je­dem er­neu­ten Er­eig­nis wei­te­re Schä­den am Knor­pel ent­ste­hen kön­nen, an­de­rer­seits das Knie sonst we­nig be­last­bar und un­si­cher bleibt. Da­her wür­de ich von ei­nem er­neu­ten Be­hand­lungs­ver­such oh­ne Ope­ra­ti­on ab­ra­ten.

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