So tickt das neue Hof­fen­heim!

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napp acht Jah­re ist es her, da tra­fen der FC Bay­ern und 1899 Hof­fen­heim zum ers­ten Mal auf­ein­an­der. Da­mals ka­men die Kraich­gau­er als fre­cher, neu­rei­cher Auf­stei­ger da­her, der dank der In­ves­ti­tio­nen von Mä­zen Diet­mar Hopp die Li­ga auf den Kopf stell­te und so­gar Herbst­meis­ter wur­de. „Wenn Sie flot­te Sprü­che hö­ren wol­len, müs­sen Sie nach München fah­ren. Für flot­ten Fuß­ball müs­sen Sie nach Hof­fen­heim kom­men“, sti­chel­te der da­ma­li­ge 1899-Coach Ralf Rang­nick. So lo­cker wie des­sen Sprü­che saß da­mals auch das Geld bei der TSG. Al­lein zwi­schen 2007 und 2010 häuf­te der Klub ein Mi­nus von knapp 100 Mio. Eu­ro an und wur­de we­gen den Fi­nanz­sprit­zen des Mä­zens Herr Ro­sen, vor zwei Jah­ren war 1899 zu Sai­son­be­ginn auch neun Spie­le un­ge­schla­gen, am 10. Spiel­tag gab es die ers­te Nie­der­la­ge. Gut mög­lich, dass sich das Schick­sal am Sams­tag in München wie­der­holt. Ro­sen: Wir ste­hen vor der schwers­ten Auf­ga­be, die es in der Bun­des­li­ga gibt. Das ist ja kein Ge­heim­nis. Aber trotz­dem freut sich je­der bei uns auf die­ses Spiel. Für uns ist es ein Ge­schenk – mit dem Un­ter­schied, dass wir es nicht ein­fach so be­kom­men, son­dern uns selbst er­ar­bei­tet ha­ben. Beim Blick auf die Ta­bel­le ist es ein Spit­zen­spiel, Ers­ter ge­gen Drit­ter. Und wie kann der Drit­te den Ers­ten schla­gen? Ro­sen: Sie wer­den von mir jetzt kei­ne for­schen Sprü­che hö­ren, denn die Sieg­wahr­schein­lich­keit ist kein Pro­zent hö­her. Aber ich kann Ih­nen ver­spre­chen, dass wir mu­tig auf­tre­ten und uns et­was ein­fal­len las­sen, um den Bay­ern Pro­ble­me zu be­rei­ten. Dann wer­den wir se­hen, was mög­lich ist. Fünf Sie­ge, vier Re­mis: Was ist das der­zei­ti­ge Er­folgs­ge­heim­nis in Hof­fen­heim? Ro­sen: Auf den ers­ten Blick die Er­geb­nis­se. Man darf nicht ver­ges­sen, dass wir zu Sai­son­be­ginn nicht so po-

Kdie Schlüs­sel­rol­le in je­dem Ver­ein. Und hin­ter ihm steht bei uns ein star­kes Team und ei­ne ta­len­tier­te, wil­li­ge Mann­schaft. Das ist ei­ne gu­te Ba­sis für star­ke Leis­tun­gen. Na­gels­mann war ge­ra­de 28 Jah­re alt , als er im Fe­bru­ar den Trai­ner­pos­ten über­nahm. Sei­ne ers­te Sta­ti­on im Pro­fi­fuß­ball, da­zu die pre­kä­re La­ge im Ver­ein. Das rief vie­le Kri­ti­ker auf den Plan. War für Sie klar, dass er so ein­schla­gen wür­de? Ro­sen: Es wä­re ver­mes­sen, zu be­haup­ten, dass das so vor­her­seh­bar war, wie es ak­tu­ell läuft. Die Si­tua­ti­on war auch ei­ne be­son­de­re: Ei­gent­lich soll­te Ju­li­an erst im Som­mer an­fan­gen, doch nach der Er­kran­kung von Huub Ste­vens über­nahm er das Team im Fe­bru­ar. Dass es so schnell so gut läuft, konn­te man we­der er­war­ten noch ver­lan­gen. Auf der an­de­ren Sei­te hielt und hält sich mei­ne Über­ra­schung aber auch in Gren­zen, weil ich Ju­li­an nun schon über sechs Jah­re ken­ne. Ich wuss­te, dass wir mit ihm nicht nur ei­nen be­son­de­ren Trai­ner, son­dern auch ei­nen be­son­de­ren Men­schen ha­ben. Ne­ben sei­ner fach­li­chen Kennt­nis hat er ein star­kes Auf­tre­ten und kommt gut an. oft als „Hop­pen­heim“ver­spot­tet.

Von die­ser Phi­lo­so­phie ist heu­te al­ler­dings nicht mehr viel üb­rig. In den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren nah­men die Hof­fen­hei­mer auf dem Trans­fer­markt mehr Geld ein, als sie aus­ga­ben. Für das Jahr 2015 ver­zeich­ne­te 1899 so­gar ei­nen Re­kord­um­satz. 128 Mio. Eu­ro be­deu­te­ten ei­ne Stei­ge­rung von knapp 80 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr und sind eben­so be­acht­lich wie die 18 Mio. Eu­ro Ge­winn. Hopp hat sein fi­nan­zi­el­les En­ga­ge­ment in­zwi­schen zu­rück­ge­schraubt, der Ver­ein sei­ne Am­bi­tio­nen aber nicht. Wie 1899 auch oh­ne Geld von Hopp er­folg­reich sein will und wie das neue Hof­fen­heim tickt, ver­rät Ma­na­ger Alex­an­der Ro­sen im tz- In­ter­view. si­tiv wahr­ge­nom­men wur­den wie jetzt. Die ers­ten vier Spie­le ha­ben wir zwar nicht ver­lo­ren, aber eben auch kei­nes ge­won­nen. Da hat­ten wir schon in der noch jun­gen Sai­son ein, zwei kri­ti­sche Punk­te zu über­win­den. Aber wir sind ru­hig und fo­kus­siert ge­blie­ben und ha­ben es ge­schafft, un­se­re vor­han­de­ne Qua­li­tät wie­der auf den Platz be­kom­men. Da­zu ent­wi­ckelt un­se­re Mann­schaft ne­ben dem Selbst­be­wusst­sein jetzt auch ein ge­wis­ses Selbst­ver­ständ­nis. Das sind si­cher die Haupt­grün­de.

Wel­chen An­teil hat Ihr Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann?

Ro­sen: Na­tür­lich ei­nen gro­ßen. Der Chef­trai­ner hat mei­ner Mei­nung nach

San­dro Wa­gner hat voll ein­ge­schla­gen bei 1899

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