Ri­bé­ry vor dem Come­back!

Franck wie­der im Trai­ning – und Sams­tag im Ka­der

tz - - SPORT - INT.: SVEN WESTERSCHULZE *** SW, AM BOK

Sie sind seit drei­ein­halb Jah­ren ver­ant­wort­lich. Wo wol­len Sie den Ver­ein hin­füh­ren?

Ro­sen: Wir wol­len dau­er­haft ein sta­bi­les Mit­glied der Bun­des­li­ga sein. Wir sind jetzt im ne­un­ten Jahr in Fol­ge da­bei, das ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Zu Be­ginn gab es die An­schub­fi­nan­zie­run­gen von Diet­mar Hopp, al­ler­dings war schon da­mals sein Ziel, dass die TSG sich ir­gend­wann selbst tra­gen soll. Und da sind wir auf ei­nem sehr gu­ten Weg. Wir ha­ben in der ver­gan­ge­nen Wo­che so­gar ei­nen Re­kord-Um­satz und -Ge­winn be­kannt­ge­ben kön­nen, sind aber den­noch in Zu­kunft auch wei­ter­hin auf Trans­fer­über­schüs­se an­ge­wie­sen. Uns ist klar, dass jun­ge Spie­ler, die sich hier ent­wi­ckeln kön­nen, ih­re Kar­rie­ren nicht in Hof­fen­heim be­en­den wer­den. Trotz­dem wol­len wir ma­xi­mal er­folg­reich sein. Wie de­fi­nie­ren Sie das? Ro­sen: Das in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft ist für uns nicht rea­lis­tisch plan­bar. Die Cham­pi­ons-Le­ague-Teil­neh­mer ka­men in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren im­mer aus den Top 6 un­ter den Li­zenz­spie­ler-Etats. In der Eu­ro­pa Le­ague war aber im­mer mal ein Über­ra­schungs­team da­bei. Das wol­len ir­gend­wann ger­ne auch wir sein, da­für wer­den wir al­les tun. Aber wir kön­nen eben nicht zu Sai­son­be­ginn das Ziel Eu­ro­pa aus­ru­fen.

Lässt es sich in Hof­fen­heim ei­gent­lich ru­hi­ger ar­bei­ten, seit­dem das Eti­kett Plas­tik­klub fast nur noch am RB Leip­zig klebt?

Ro­sen: Si­cher gab es ein paar ober­fläch­li­che Kri­ti­ker, die uns da­mals als Feind­bild ge­se­hen ha­ben und sich jetzt auf den nächs­ten Ver­ein stür­zen, der noch ein we­nig mehr po­la­ri­siert und eben­falls er­folg­reich ist. Was uns be­trifft, liegt der Rück­gang der Kri­tik aber in ers­ter Li­nie aber an un­se­rer Ar­beit, die of­fen­sicht­lich von vie­len po­si­tiv wahr­ge­nom­men wird.

Apro­pos po­la­ri­siert: Das tut San­dro Wa­gner auch. Ein ehr­li­cher Typ, den Sie aus Darm­stadt ver­pflich­tet ha­ben. Horst Hru­besch nann­te sei­nen Na­men so­gar schon im Kreis der Na­tio­nal­mann­schaft.

Ro­sen: Wir sind sehr, sehr froh, dass wir San­dro ver­pflich­tet ha­ben. Wir ha­ben vor­her vie­le Ge­sprä­che mit ihm ge­führt und da­bei ei­nen Men­schen ken­nen­ge­lernt, der ei­ner­seits auf dem Platz po­la­ri­siert, auf der an­de­ren Sei­te ab­seits des Fel­des ein ru­hi­ger, lie­bens­wer­ter Fa­mi­li­en­va­ter ist. Ein Typ wie San­dro tut un­se­rem Ver­ein gut – und hat uns in der Ver­gan­gen­heit viel­leicht auch ein Stück weit ge­fehlt. Wir sind glück­lich, dass er sich so schnell in Hof­fen­heim ein­ge­fun­den hat und un­ser Spiel mit­prägt. Al­les wei­te­re Al­les wei­te­re soll­ten Horst Hru­besch und der Bun­des­trai­ner mit­ein­an­der be­spre­chen. Zu­trau­en wür­den Sie es ihm aber? Ro­sen: Es gibt im­mer Über­ra­schun­gen im Fuß­ball. Wenn so ein Spie­ler­typ ge­sucht wird, war­um nicht? Mo­men­tan fühlt sich San­dro hier sehr wohl und gibt Gas. Was kommt, das kommt.

Der Drib­bel­kö­nig ist wie­der da! Franck Ri­bé­ry hat sei­ne mus­ku­lä­ren Pro­ble­me über­wun­den und trai­nier­te ges­tern Vor­mit­tag zum ers­ten Mal wie­der mit der Mann­schaft. Knapp 70 Mi­nu­ten wir­bel­te der Fran­zo­se über den Ra­sen, agier­te nach dem Auf­wär­men und Pass­übun­gen beim Trai­nings­spiel als frei­er Mann und setz­te sei­ne Mit­spie­ler in Sze­ne. Ri­bé­ry ist heiß auf sei­ne Rück­kehr – nach tz- In­fos steht der 33-Jäh­ri­ge am Sams­tag ge­gen Hof­fen­heim (15.30 Uhr, Sky) schon wie­der im Ka­der.

Ro­sen über 1899-Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann

Zu­letzt hat­te Car­lo An­ce­lot­ti über ei­nen Mo­nat auf den Flü­gel­flit­zer ver­zich­ten müs­sen, sei­ne letz­te Par­tie be­tritt Ri­bé­ry am 28. Sep­tem­ber beim 0:1 ge­gen At­lé­ti­co Ma­drid. Ei­gent­lich soll­te er nach der Län­der­spiel­pau­se Mit­te Ok­to­ber wie­der zu­rück­keh­ren, doch für das Spiel in Frank­furt (2:2) mel­de­te er sich kurz­fris­tig ab. Seit­dem war­ten die Bay­ern-Fans auf das Come­back des Flü­gel­stür­mers. Gut mög­lich, dass Ri­bé­ry am Sams­tag zu­min­dest für ein paar Mi­nu­ten ran­darf.

Auch wenn Ver­tei­di­ger Da­vid Ala­ba beim FCB-Ban­kett nach dem CL-Sieg in Eind­ho­ven ge­nüss­lich ein paar Rol­len Su­shi ver­putz­te, der an­ste­hen­de Bun­des­li­ga-Geg­ner aus Hof­fen­heim will sich in München nicht als Fisch­fut­ter prä­sen­tie­ren – zu­min­dest wenn es nach TSG-Coach Ju­li­an Na­gels­mann geht. Ganz im Ge­gen­teil: Der ehr­gei­zi­ge Na­gels­mann will mit sei­ner noch un­ge­schla­ge­nen Trup­pe auch beim FCB et­was ho­len. „Wir ver­su­chen, sie auf dem fal­schen Fuß zu er­wi­schen“, sag­te der 29-Jäh­ri­ge, für den es als Trai­ner das ers­te Kräf­te­mes­sen über­haupt mit dem Münch­ner Star-En­sem­ble ist. Mehr zu sei­ner Tak­tik ver­riet der jun­ge Mann mit dem Laus­bu­ben­la­chen nicht. Chan­cen für ei­ne Über­ra­schung ge­gen den um vier Punk­te bes­se­ren Spit­zen­rei­ter sieht Na­gels­mann al­le­mal. „Wenn wir ei­nen gu­ten Tag ha­ben und Bay­ern viel­leicht kei­nen ab­so­lu­ten Sah­ne­tag er­wischt, dann ist in je­dem Bun­des­li­ga-Spiel was mög­lich, auch in München.“Druck macht Na­gels­mann sei­nen Jungs nicht, aber er nimmt sie in die Pflicht. „Ich er­war­te, dass man sieht, was wir kön­nen“, er­klär­te er.

Üb­ri­gens: Der deut­sche Re­kord­meis­ter wird ge­gen Hof­fen­heim „ein­ma­lig in ei­ner ganz be­son­de­ren Spiel­klei­dung auf­lau­fen“, teil­te der FCB ges­tern mit.

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