Tür­kei: Op­po­si­ti­ons­chefs ver­haf­tet

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Die De­mo­kra­tie­kri­se in der Tür­kei schwillt wei­ter an: Nach­dem die Po­li­zei am Mon­tag den Chef­re­dak­teur der Zei­tung Cumhu­riy­et und rund ein Dut­zend wei­te­re Mit­ar­bei­ter in­haf­tiert hat­te, wur­den am Frei­tag bei ko­or­di­nier­ten nächt­li­chen Raz­zi­en zwölf Ab­ge­ord­ne­te der pro­kur­di­schen, links­li­be­ra­len Op­po­si­ti­ons­par­tei HDP fest­ge­nom­men, dar­un­ter de­ren bei­de Chefs.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) kom­men­tier­te am Frei­tag durch Re­gie­rungs­spre­cher Seibert die Vor­gän­ge in der Tür­kei als „in höchs­tem Ma­ße alar­mie­rend“. Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) bat den tür­ki­schen Ge­sand­ten zum Ge­spräch ins Aus­wär­ti­ge Amt. Die Auf­klä­rung des Putsch-Ver­suchs dür­fe nicht als Recht­fer­ti­gung die­nen, „die po­li­ti- sche Op­po­si­ti­on mund­tot zu ma­chen oder gar hin­ter Git­ter zu brin­gen“, er­klär­te der Mi­nis­ter. Auch Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck äu­ßer­te sich am Frei­tag un­ge­wohnt scharf zu den Ent­wick­lun­gen in der Tür­kei. „Was ich der­zeit in der Tür­kei be­ob­ach­te, be­stürzt mich“, sag­te er dem Spie­gel. Dies sei ei­ne „Es­ka­la­ti­on, die die Eu­ro­pä­er nicht un­be­ant­wor­tet las­sen kön­nen“.

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