So geht es wei­ter

tz - - GELD+MARKT -

■ Wann soll die Maut ein­ge­führt wer­den? Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) geht da­von aus, dass die Pk­wMaut nach der Bun­des­tags­wahl star­tet. Der Ter­min wer­de „in der nächs­ten Wahl­pe­ri­ode lie­gen“, sag­te er am Frei­tag vor Be­ginn des CSU-Par­tei­tags in Mün­chen. Er be­kräf­tig­te, dass die Ge­sprä­che mit der EU über das The­ma „im Lau­fe des Mo­nats“ab­ge­schlos­sen wer­den soll­ten. ■ Was ist der In­halt die­ser Ge­sprä­che? Knack­punkt ist der Vor­wurf aus Brüs­sel, das deut­sche Mo­dell be­nach­tei­li­ge EUAus­län­der. Zen­tra­ler Aspekt: So­wohl Inals Aus­län­der sol­len Maut be­zah­len, doch nur In­län­der wür­den im Ge­gen­zug bei der Kfz-Steu­er ent­las­tet – und zwar auf den Cent ge­nau in Hö­he der Maut. ■ Wie kann das über­wun­den wer­den? Es wird dis­ku­tiert, dass Be­sit­zer um­welt­freund­li­cher Au­tos mehr Steu­er­ent­las­tun­gen be­kom­men könn­ten, als sie an Maut zah­len. Das könn­te dann als Um­welt­för­de­rung de­kla­riert wer­den und ein Stück wei­ter von ei­ner di­rek­ten Maut-Kom­pen­sa­ti­on weg­rü­cken. Da­mit könn­te man die Re­gu­la­ri­en der EU-Kom­mis­si­on durch ei­ne Hin­ter­tür um­ge­hen. ■ Geht das denn? Und was be­deu­tet das für die Au­to­fah­rer kon­kret? Do­brindt lässt kei­nen Zwei­fel dar­an, dass es bei der obers­ten Ma­xi­me bleibt: „Es gibt kei­ne Mehr­be­las­tung für in­län­di­sche Au­to­fah­rer.“Das muss er tun, so steht es im Ko­ali­ti­ons­ver­trag zwi­schen CDU und SPD. Die stär­ke­re „öko­lo­gi­sche Kom­po­nen­te“für um­welt­scho­nen­de Fahr­zeu­ge soll dem Mi­nis­ter zu­fol­ge aber nicht zu ei­ner hö­he­ren Maut­be­las­tung für Dreck­schleu­dern füh­ren. Wie aber sonst will er sein An­lie­gen an den har­ten Re­gu­la­ri­en der EU-Ko­mis­si­on vor­bei­ma­nö­vrie­ren? Läuft es am En­de doch auf ei­ne Mehr­be­las­tung für Fah­rer von äl­te­ren oder Die­sel­fahr­zeu­gen hin­aus? Die fi­na­len De­tails sol­len bald ge­klärt wer­den. ■ Was sind die Rah­men­be­din­gun­gen in Do­brindts Plan? Kommt von der EU-Ko­mis­si­on tat­säch­lich grü­nes Licht, blei­ben die Vor­ga­ben. Al­le in­län­di­schen Au­to­be­sit­zer zah­len ei­ne Jah­res-Maut. Im Schnitt kos­tet sie 74 Eu­ro, ma­xi­mal 130 Eu­ro. Ben­zi­ner sind güns­ti­ger als Die­sel. Für Aus­län­der soll es ne­ben der Jah­res-Maut auch ei­ne ZehnTa­ges-Maut (bis­her 10 Eu­ro) und ei­ne Zwei-Mo­nats-Maut (22 Eu­ro) ge­ben. ■ Wie geht es jetzt wei­ter? Der Ko­ali­ti­ons­part­ner SPD si­gna­li­sier­te schon, dass ei­ni­ger Klä­rungs- und Re­chen­be­darf be­steht. „Das Sys­tem darf nicht kom­pli­zier­ter wer­den“, sagt Frak­ti­ons­vi­ze Sö­ren Bar­tol. Än­de­run­gen dürf­ten nicht zu Mehr­be­las­tun­gen für deut­sche Au­to­fah­rer füh­ren und es müs­sen aus­rei­chend Ein­nah­men für die Stra­ßen üb­rig blei­ben. In die­se Ker­be schlug auch der Au­to­mo­bil­club von Deutsch­land: Die von Do­brindt an­ge­kün­dig­te Ei­ni­gung sei zwar ein „per­sön­li­cher Er­folg“für ihn. Die Ein­nah­men wür­den aber nach Ab­zug der „er­heb­li­chen Ver­wal­tungs­kos­ten“ei­nen zu ge­rin­gen Bei­trag zur Fi­nan­zie­rung der In­fra­struk­tur bei­tra­gen. Der Au­to­mo­bil­club be­fürch­tet, dass Au­to­fah­rer „mit­tel­fris­tig“doch mehr be­zah­len müs­sen als bis­her. 2015 wur­de die Maut be­reits vom Bun­des­tag ver­ab­schie­det. Ge­set­zes­än­de­run­gen, wie Do­brindt sie of­fen­sicht­lich plant, müss­ten wie­der im Bun­des­tag dis­ku­tiert und ver­ab­schie­det wer­den.

F.: dpa

Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt: Die Maut kommt erst nach der Bun­des­tags­wahl

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.